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Rückblick

In wenigen Tagen ist es soweit, dann sind wir 1 Jahr hier in Leipzig. Mit einem Schicksalstag der sehr traurig war begann unsere Planung nach Leipzig um zu ziehen. Wir hatten in Leverkusen eine liebe Nachbarin (unsere adoptiere Omi) um die wir uns ein wenig kümmerten und sie natürlich um uns. Ich höre Sie noch erzählen von Ihrer Jugend und was sie so mit Ihrer Wirtschaft alles erlebt hat. Sie hatte ein erfülltes Leben. Auch wenn ich Sie nur kurz kennen lernen durfte, so sitzt Sie im Herzen und wird bei uns immer einen Platz der Erinnerung haben. 

An jenem traurigen Tag, bekamen wir das Okay vom Amt umziehen zu dürfen. Mag man es Schicksal nennen oder nicht. Denn Ihr Ableben war für uns so zu sagen der Fahrschein in eine neue Zukunft. Wir machten uns schon Gedanken darüber, was wird aus Ihr wenn wir nicht mehr hier Wohnen. Ihre Kinder sind berufstätig und waren auch immer um Sie bemüht, aber in ein betreutes Wohnen wollte Sie nicht.

An eine Geschichte erinnere ich mich immer noch gern. Mit dieser Frau einkaufen zu gehen war schon lustig. "Mit Ihrem Rollator, marschierte Sie los und wir hinten nach. So schnell konnte Sie aber denn noch nicht mehr laufen. Und irgendwann konnte sie nicht mehr. Was machten wir, setzten Sie kurzer Hand auf den Rollator und schoben Sie unter viel Gelächter zum Einkaufen und auch wieder nach Hause."

Ja wie gesagt, konnten wir nun unsern Umzug Planen. Eins kann ich euch sagen, es ist schlimm von der Willkür eines Amtes abhängig zu sein. Denn die brachten uns ganz schön in Planungsnöte. 
Alles war eingereicht auch die Kostenvoranschläge von den Umzugsfirmen, und das alles rechtzeitig. Nun mussten wir auf das Okay warten und die Zusage der Kostenübernahme durch das Amt. In der Zwischenzeit packten wir fleißig unsere Sachen, brachten Kartons in den Keller und sortierten aus. Aber vom Amt kam und kam nichts. Der Tag des Umzugs rückte näher und näher. Ein Bekannter von uns nahm in Leipzig die Schlüssel für unsere neue Wohnung entgegen, da wir keine Gelegenheit hatten zwischenzeitlich noch einmal nach Leipzig zu fahren. Wir riefen dann fast täglich beim Amt an, da wir ja nun auch einen LKW bestellt hatten der bezahlt werden musste. Immer wurde gesagt "ist in Bearbeitung" ja das brachte uns nicht weiter. Also wieder angerufen, dann mussten wir uns auch noch beschimpfen lassen und das Geld kam nicht. Auch nicht an dem Tag wo wir den Umzug geplant hatten. So mussten wir den bestellten LKW wieder abbestellen und das der Firmenchef nicht sehr erfreut war könnt ihr euch bestimmt denken. Der Mann meiner Schwägerin kümmerte sich dann um einen LKW, der war zwar etwas kleiner aber besser als nichts denn wir mussten nach Leipzig so oder so. Ich hatte schon meinen Termin in der Klinik ausgemacht und mein Schatz musste zu ihrem neuen Arbeitsplatz.
Das Einräumen des LKW, ging dann mit einigen Helfern doch ganz zügig voran. Mein Schatz holte dann noch unsern Leihwagen, denn alle passten wir nicht in den LKW. Was ganz schlimm ist, wir suchen uns immer Tage aus an denen es besonders heiß ist, denn als ich nach Leverkusen gezogen bin war es drückend heiß. Ich konnte am 01.07 noch meinen Termin in der Klinik wahr nehmen und am 03.07 ging die Fahrt nach Leipzig los.
In Leipzig wurden wir schon erwartet von zwei Freunden die uns beim Entladen des LKW halfen, Gelis und ihr Papa bauten schon einige Möbel auf und nach dem der LKW leer war und die Männer sich etwas gestärkt hatten, fuhren sie wieder zurück nach Leverkusen. Für Geli war das nicht leicht, sie wusste das sie für eine lange Zeit ihre Eltern nicht mehr sehen wird.
Ja da, saßen wir nun in mitten vieler Kartons und halb aufgebauten Möbeln. Die erste Nacht im neuen Heim war ruhig. Ich denke wir hätten eh nichts gehört so fertig wie wir waren.

Verhältnismäßig schnell richteten wir uns ein und erkundeten unser neues zu Hause. Dazu muss man sagen, als wir die Wohnung besichtigten gefiel uns die Gegend gar nicht so recht. Vielleicht lag es an dem Wetter denn es Regnete seit wir in Leipzig angekommen waren. Das waren die drei Tage an denen Geli Zeit hatte sich zu Bewerben. Aber schon der erste Eindruck der Wohnung lies uns die Gegend vergessen. Jetzt können wir sagen, unsere Wohngegend ist zwar nicht die eleganteste aber sie ist schön. Zumal unser neues zu Hause nicht nur aus unserer Wohngegend besteht.
Keine Ahnung davon wo was ist, wie man mit der Straßenbahn fährt, wo diese hin fahren und wann die fahren eroberten wir Stück für Stück Leipzig. Was wir zu Fuß hier gelaufen sind und wie uns die Füße weh taten, was wir alles gesehen haben erzähle ich Morgen weiter.

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Kapitel II

Die Eroberung unserer neuen Heimat. Zuerst ging alles zu Fuß, da auch unsere finanzielle Seite es nicht erlaubte jeden Tag mit der Bahn zu fahren. Denn eine Fahrt pro Person 2,00 € und so ein Schein ist nur eine Stunde gültig. So sind wir erst einmal alles zu Fuß gelaufen und nur wenn es nicht mehr ging mit der Bahn gefahren (z. B. wenn ich in die Klinik musste).
Unser erste kleiner Ausflug, war eher ein Abendspaziergang zu einem Mahnmal ganz in unserer Nähe.


Es ist gut das es so etwas in Deutschland nicht mehr gibt und hoffentlich auch nie wieder geben wird. Da Geli erst mit Beginn des Folgemonats mit ihrer Arbeit anfangen brauchte, hatten wir genügend Zeit unsere Wohnung ein zu räumen. Kaum eine Woche in Leipzig kam dann auch der erste Termin in der Klinik. Begeistert waren wir nicht von der eiskalten Atmosphäre die da herrschte. Das Personal war schon nett, aber warm werde ich mit denen nicht und das muss ich auch Gott sei dank nicht. Ich finde es scheußlich wenn man nicht ein klein wenig Privatsphäre in der Klinik bei der Infusion hat. Geli musste im Wartezimmer sitzen. Aus Leverkusen kenne ich das anders viel liebevoller und eine erstklassige Atmosphäre und Angehörige konnten mit ins Behandlungszimmer. Aber man kann nicht alles haben. Ich muss jetzt zum Glück nur noch zur Nachsorge dort hin.

Auf der Fahrt nach Hause mit der Straßenbahn machten wir am Bahnhof stopp und überfielen die Post. Dort schrieben wir unsere ersten Postkarten an Freunde. Das schöne wenn man weiter weg zieht, man kann Karten schreiben. Ich schreibe für mein Leben gern Karten.

Da es die ganze Zeit so warm gewesen ist, blieben wir meist zu Hause und beschränkten unsere Ausflüge auf die Runden mit Bhen-dji. Bis auf einen Tag, wir konnten nicht immer nur zu hause sitzen. So suchten wir den Backersee der bei uns in der Nähe sein sollte und fanden ihn auch. Bhen-dji nahm den Teich gleich in Beschlag und da es warm war, was liegt da nah ... ein Bad.

Ein paar Tage später, zeigten uns Thomas und Jens auch zwei schöne Orte. Die Fahrt dort hin gestaltete sich etwas anstrengend, da uns ein Radfahrer ins Auto fuhr. Der Arme Kerl tat uns -leid, zu dem war er Autist und unser Fahrer war um sein Auto besorgt.
Wir hatten zu dritt zu tun um uns um unseren Fahrer und den Jungen zu kümmern. Aber das gelang uns sehr gut, wir waren froh das dem Jungen nichts weiter als ein Schrecken geschehen war. Als dann seine Eltern eintrafen erfuhren wir das sie eigentlich, die ganze Strecke die der Junge mit dem Rad zurück gelegt, mit dem Auto begleiten. Nur das letzte Stück mussten sie eine Umleitung fahren und der Junge war auf sich gestellt und hatte wohl die zweite Ampel welche auf rot stand übersehen und wir hatten grün und schon war es geschehen. Der Junge legt täglich viele Kilometer auf seinen Rad zurück, was für einen Autisten gar nicht so selbstverständlich ist. Nach dem Schrecken konnten wir dann weiter fahren. Das Auto hatte zum Glück auch nur Blechschaden der repariert werden konnte. Die Aussicht die wir dann zu sehen bekamen war überwältigend. Zwei wunderschöne große Seen. Man hatte so richtig Urlaubslust.

Geli und ich fuhren später dann einmal alleine an einen dieser Seen und es war einfach traumhaft, Barfuß durch den Sand zu laufen wie im Urlaub und dabei die untergehende Sonne zu genießen.


Am letzten Wochenende, bevor Geli das Arbeiten anfangen musste, hatte es sich etwas abgekühlt und wir konnten unseren ersten großen Ausflug machen. Der führte uns zu einem Wahrzeichen von Leipzig das Völkerschlacht - Denkmal. Das ist schon ein gewaltiger Bau. Und von dort aus ging es dann zu Fuß zurück in die Stadt. Wir haben uns denke ich eine richtig schöne Stadt ausgesucht. Ja, auch hier gibt es Ecken die nicht so schön sind, aber so weit wir das Beurteilen können überwiegen die schönen Seiten.


Auch unsere Gegend nahmen wir unter die Lupe und ich muss sagen wir haben uns doch ein schönes Plätzchen ausgesucht.


Nicht weit haben wir es zu einem schönen Park mit einem Ententeich. Inmitten des Teiches ist eine Insel mit einem Pavillon. Dort kann man zu jeder Jahreszeit hin man bekommt immer schöne Bilder. Auch unser Kleiner hat sich eingelebt und auch einen Badeteich für sich gefunden.
Neben den schönen Dingen gibt es aber auch nicht so schöne. So mussten wir feststellen das Freunde nicht gleich Freunde sind und manch Arbeitgeber sich für seine Angestellten schämt.  Mein Schatz hatte inzwischen mit arbeiten angefangen und kam auch gut zurecht mit den Patienten in der Pflegeeinrichtung. Aber anscheinend war da eine nicht so begeistert über die neue Kollegin aus dem Westen. Unter fadenscheinigen Begründungen wurde schon nach der ersten Woche Arbeit der Frei immer weiter raus geschoben. Erst würde eine Kollegin lieber Arbeiten (also tauschen) und dann hatte Geli eh Frei und zum guten Schluss kam ein Anruf der Arbeitsvermittung Geli bräuchte nicht mehr zu kommen. Geli solle doch bitte beim nächsten Arbeitgeber darauf achten, dass sie nichts davon erzählt, das sie mit einer Frau zusammen lebt. Ja ihr lest richtig, ist das nicht ein Witz. Mein Schatz machte sich gleich Vorwürfe da es uns finanziell eh nicht so gut geht nichts auf die Reihe zu bekommen. Nur für so eine Kündigung konnte sie echt nichts. Da hieß es wieder Bewerben. Und es war auch schnell eine neue Stelle gefunden. Aber auch hier war alles sehr suspekt. Drei Wochen Arbeit und schon war die Kündigung da. dabei kam sie jeden Tag freudig nach Hause und erzählte mir was sie so alles gemacht hatte.  Und dann kam eine lange Pause, keine geeignete Stelle zu finden.

Und bei mir ergab sich gar nichts. Nicht mal vom Amt bekam ich irgendwie Unterstützung was das Arbeiten anging. Im Gegenteil ein Haufen Papiere musste ich ausfüllen, mein Einverständnis geben damit der Amtsarzt beurteilen kann ob man mich vermittelt oder nicht. So etwas nennt sich dann "Wiedereingliederung in das Arbeitsleben". Als diese Unterlagen dann alle da waren bekam ich eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch mit meiner Betreuerin (Arbeitsvermittlerin). Sie las mir vor was ich im Auge der Ärzte alles nicht mehr machen könne. Ich saß vor ihr und mein Mund wollte nicht mehr zu gehen. Auf meine Frage "auf was ich mich Bewerben soll" bekam ich nur ein Schulter zucken und gleichzeitig so eine Art Vertrag vorgelegt in dem ich mich verpflichte zwei Bewerbungen pro Monat zu schreiben. Mein Problem war damit aber nicht gelöst, normaler Weise hätte ich mich in ein Glashaus setzten müssen und selbst da drin wäre mir dann spätestens dann etwas passiert wenn die Luft aus gegangen wäre.
Ich hatte kein Problem damit mich zu bewerben, nur Antworten bekam ich nie.

Und so zog der Sommer ins Land und der Herbst stand vor der Tür. Aber ich habe noch etwas vergessen zu erzählen. Da ich mich meiner kurzen Haare schämt, trug ich sehr lange ein Kopftuch. Aber der Sommer war so heiß, so das ich letztendlich doch mein Kopftuch im Schubkasten liest. Das ist mir verdammt schwer gefallen. Hier ist eines der letzten Bilder bei dem ich ein Kopftuch trage.

Das was wir im Sommer die ganze Zeit machen wollte, es aber nie geschafft hatten, den Zoo zu besuchen, konnten wir dann an einen wunderschönen sonnigen Herbsttag. Auch wenn nicht mehr so viele Tiere zu sehen waren, war der Tag ein Erfolg. Wir konnten wirklich sagen es ist ein goldenen Herbst wie man auf dem Bild unten sehen kann.  Auch besuchten wir unsere erste Messe in Leipzig. Das ist aber für mich gefährlich gewesen. Es war die Hobby und Freizeitmesse, es gab so viele schöne Sachen, wo mein Handarbeitsherz bis zum Anschlag schlug. Ein was leisteten wir uns doch. Zwei wunderschöne silberne Ringe.


Im November gab es dann zwei Ereignisse. Eines war meine letzte Herzeptininfusion und das andere war ein sehr freudiges Ereignis. Mein kleiner Enkel Leon Maximilian hatte seinen ersten Geburtstag. Er ist ein richtiger Sonnenschein und Mamas ganzer Stolz (und der Oma).

Nun neigt sich 2010 dem Ende. Mein Schatz konnte sich noch einmal vorstellen und mit Januar 2011 sollte sie einen neuen Arbeitsplatz haben. Aber bis dahin freuten wir uns auf Weihnachten. Das fiel auch gar nicht schwer denn die ganze Stadt war im Weihnachtsfieber. Zu dem hatte es diesen Winter auch viel Schnee. Es war unser erstes richtiges Weihnachten ohne Chemo und deren Nebenwirkungen. In der Vorfreude auf das Fest hatten wir dieses Weihnachten auch ein selbst gemachtes Gesteck. Auch ließen wir es uns nicht nehmen allen Lieben die wir kennen eine Weihnachtskarte zu schicken.



So ging das Jahr 2010 zu Ende mit allen Höhen und Tiefen. Wie es im neuen Jahr weiter ging und was da so auf uns wartete gibt es im nächsten Kapitel.

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Kapitel 3

Nach einer etwas längeren Pause geht es heute hier weiter. Man hat ja nicht jeden Tag Zeit zum Schreiben, da das normale Leben nicht stehen bleibt. Was so los war könnt ihr in meinem Tagebuch nach lesen.

Weiter ging es im neuen Jahr für uns eigentlich gut so dachten wir es zu mindest. Mein Schatz trat ihre neue Arbeitsstelle an und es schien dieses mal alles so zu laufen wie wir uns erhofften. Aber wie heißt es so schön "erstens kommt es anderes, und zweitens als man denkt".
Nach knapp einem Monat Arbeit kam das Schrecken. Sie kam von der Arbeit es war Freitag und ein gemeinsames Wochenende stand an. Sie hatte Frei. Aber sie kam nicht einfach so von der Arbeit, nein, sie kam mit einem Knie so dick wie ein aufgeblasener Luftballon nach hause.
Zum Arzt wollte sie nicht weil sie ja am Wochenende zu Hause war und so das Knie schonen konnte. Aber die Schwellung ging nicht zurück. So musste sie am Sonntag auf Arbeit anrufen um zu sagen das sie mit dem Knie zum Arzt muss. Soweit so gut, denn eine Kollegin war dabei wie mein Schatz sich das Knie verrenkte.
Es stellte sich heraus, dass Sie das Kreuzband angerissen hatte und sie damit rechnen müsse sich einer OP zu unterziehen. Nach vier Tage war dann die Schwellung etwas zurück gegangen und der zweite Arzttermin stand an. Meine Maus hatte eh schon ein schlechtes Gewissen weil sie sich hat Krank schreiben lassen nach drei Wochen Arbeit auf der neuen Stelle. Aber sie sollte noch immer Krank geschrieben werden. So rief sie auf Arbeit an und teilte mit das sie weitere 5 Tage nicht zur Arbeit kommt. Was dann aus den Hörer kam, ich glaubte ich höre nicht richtig (das ist gut eine Freisprecheinheit am Telefon zu haben). Es wurde Wort wörtlich zu ihr gesagt "wie lange wollen sie noch Krank machen", dabei war sie da gerade mal 4 Tage Krank. Ich konnte meinen Mund nicht halten und sagte aus dem Hintergrund, sein sie froh das sie sich nicht unters Messer legt dann würde sie 11 Wochen oder länger ausfallen. Ist das nicht eine Frechheit. Nach ca 3 Wochen Krank ging sie wieder auf Arbeit um zu testen ob das mit dem Knie überhaupt geht, denn die Schwellung war auch nach 3 Wochen noch nicht zurück gegangen. Ja aber dieser eine Tag hatte es in sich, laut Plan hätte mein Schatz Frühdienst und sie rief auch extra am Abend vorher an um zu sagen das sie wieder kommt. Als sie an kam, wurde sie gefragt was sie hier wolle, sie stehe nicht im Dienstplan. Nun war sie einmal da und arbeitete mit aber, nach der getanen Arbeit war sie froh zu hause zu sein. Am nächsten Morgen ging es wieder zum Arzt und so folgte wieder eine Krankschreibung, da das Knie wieder aussah wie ein Ballon. Das ende vom Lied, wir hatten es schon geahnt kam die Kündigung in der Probezeit. Es ist irgendwo eine Frechheit denn sie hat nicht mit Absicht ihr Kreuzband gerissen, aber so ist unsere Gesellschaft mittlerweile, was nicht so läuft wie Chef es will, weg damit.
Nicht das wir Ärger mit dem Arbeitgeber hatten, nein auch das Arbeitsamt verlangte volle Nervenbahnen. Da der Lohn für Januar erst Mitte Februar gezahlt wurde bekamen wir ein Überbrückungsgeld. Im Endeffekt zahlten wir dem Arbeitsamt die Hälfte des Lohnes zurück. Uns ist bewusst das man neben seinem Lohn nicht noch Harz IV beziehen kann, aber warum wird man bestraft wenn man sich eine Arbeit sucht. Unsere finanzielle Situation war eh beschissen und diese Rückzahlung haute so richtig rein. Das war auch noch nicht das Ende vom Lied, beim der zweiten Lohnabrechnung bekamen wir einen Schreck. Hier wurde für Januar nachgerechnet und vom Februar abgezogen. Wie sich raus stellte unberechtigter Weise, denn das legten wir einem Anwalt vor, welche auch noch andere Mängel fand. Nun mussten wir dem Amt aber klar machen das wir nicht den vollen Lohn für Februar bekommen sondern nur einen geringen Teil und uns somit Geld für den Lebensunterhalt fehlt. Da muss ich aber dieses mal sagen hatten wir das erste mal eine Bearbeiterin die unsere Situation verstand und wir bekamen wieder ein Überbrückungsgeld. So viel Ärger wegen eines Knies. Aber wer steckt da schon drin und freiwillig macht man das ja auch nicht.

Bei mir fing das Jahr mit einer Mammographie an, Die Wartezeit gestaltet sich hier immer sehr anstrengend. Die Gedanken im Kopf  "hoffentlich ist kein neuer Knoten zu sehen" gehen einem nicht raus. Der Gedanke bleibt bis man das Okay vom Arzt bekommt, das alles in Ordnung ist.
Dann folgte ein großes Blutbild, Zahnarzt und ein weiteres Blutbild wegen der Einnahme von Falitrom, Termin beim Arbeitsamt wegen meiner beruflichen Situation. Über den Zahnarzttermin war ich glücklich, endlich wurden meine Zähne gemacht was während der Chemo nicht gemacht werden konnte. Und das große Blutbild ergab auch nur Gutes.
Auf dem Amt wurde mir erst einmal vorgelesen was die berichte der Ärzte wegen meiner Erkrankung an Arbeit zuließen. Da fiel mir die Kinnlade- runder. Normalerweise hätte ich mich in ein Glashaus setzten müssen damit mir nichts passiert und selbst da wäre mir irgendwann die Luft ausgegangen. Also auf Grund dieses Berichts wusste die Bearbeiterin nicht was sie mir für Arbeit vermitteln sollte. Aber das Baue ich nicht aus, denn es steht ja schon alles weiter oben. Nun fragte ich wie es mit der Selbstständigkeit aussieht, da konnte sie mir nicht weiter helfen. Sie machte mir einen Termin bei einer anderen Zweigstelle des Amtes wo man sich mit Gründungen auskennt. Das war erst noch ein Termin, erfahren habe ich hier wenig mehr musste ich erzählen der Rest stand in einem dicken Heft welches ich bekam. Auf meine Frage ob es eine Möglichkeit gibt eine Schulung zu besuchen bei der man über alles besser aufgeklärt werden würde, schaute mich der gute Mann fragend an nach dem Motto "wollen sie das wirklich" sonst hätte ich ja wohl nicht gefragt. Und was soll ich sagen ein paar Tage später bekam ich eine Einladung zu einer vierwöchigen Schulung für Existenzgründer die im Februar beginnen sollte.
Für mich war somit der Februar ausgebucht. Am Morgen ging es in die Schule und am Nachmittag konnte ich meine andern Termine im Krankenhaus wahrnehmen. Es war ganz schön interessant was man alles so beachten muss als Existenzgründer. Vor allem die rechtliche Seite ist breit gefächert und für mich waren die vier Wochen da für zu kurz. Am Ende musste jeder einen Businessplan ausgearbeitet haben und den dann vor versammelter Mannschaft und den Lehrkräften vortragen. Wir hatten das Glück, dass wir nur ein kleiner Haufen waren und uns gut verstanden. So viel das Sprechen vor den Leuten nicht ganz so schwer, aber aufgeregt waren wir alle ein wenig. Zum Abschluss der Schulung gingen wir gemeinsam einen Absacker trinken. Bis heute habe ich aber noch nichts von einem der Teilnehmer gehört.
Ja was hat mir die Schulung gebracht, auf alle Fälle die Erkenntnis das man ohne ein finanzielles Polster kein Laden eröffnen sollte, auch wenn man vom Amt eine zeit unterstützt wird. Nun sitze ich zu Hause und schreibe Bewerbungen, auch wenn ich nicht so recht weis auf was ich mich bewerben soll. Als Schneiderin, geht nicht ich könnte mich laut Bericht an einer Nadel stechen oder einer Schere schneiden und durch den Blutverdünner verbluten. Als Bürohilfe geht nicht, weil ich darauf keine abgeschlossenen Berufsausbildung habe und meine Kenntnisse nur in Schulungen und Praktika erworben habe. Und ich dachte gerade wenn man Schulungen macht und auch Praktika bekommt man etwas, aber da habe ich falsch gedacht. Ja und meinen letzten Job als so zu sagen Bistrochef in einer Schule und dazu Hausaufgabenbetreuung, keine Chance. Da sag ich nur armes Deutschland. Ich bin laut Vertrag mit dem Arbeitsamt aber verpflichtet mich zu bewerben. Naja das viel dann so wie so erst einmal aus. Denn ich bekam vom Amt ein Schreiben mit der Überschrift "Maßnahme zur Wiedereingliederung ins Arbeitsleben" und weil man so ein guter Bürger ist füllt man die Anträge aus und schickt sie zurück, zumal man in diesem Schreiben auch zwischen den Zeilen lesen konnte "machen sie das nicht, bekommen sie kein Geld mehr". Mir war gar nicht so recht bewusst was das eigentlich für Anträge waren bis von der Rentenkasse ein Schreiben kam wegen Reha - Maßnahme. Hier fiel das erste mal das Wort Reha. Also rief ich bei der Rentenkasse an und fragte warum, weshalb ..... Die Dame versuchte mich zu beruhigen und sagte mir ich solle den Antrag ausfüllen und alles andere kann man später besprechen. Wir dachten okay, sie wird schon wissen was sie uns da erzählt und wir bekamen raus das auf Grund des Berichtes der Ärzte das Amt es für richtig erachtet mich in eine Reha zu stecken da sie nicht wissen in welche Sparte sie mich wegen der Arbeitsvermittlung stecken sollten. Den Antrag habe ich ausgefüllt und an die Rentenkasse zurück geschickt. Wir hörten dann eine ganze Weile nichts mehr von der Reha. Nun war die Schulung im Februar nicht das einzige Geschehnis, mein Vater den ich seit der Beerdigung meiner Mutter nicht mehr gesehen hatte, weil wir uns boshaft zerstritten hatten, nun auch verstorben war. Da auch schon beim Tod meiner Mutter Schulden da waren und mein Vater diese nicht Zahlen konnte, ergab sich auch nach seinem Tod ein Schulderbe. So ging der Lauf zur nächsten Behörde los. Zum Amtsgericht wegen einer Erbablehnung. Dabei musste ich ein Zeitlimmet einhalten da meine Kinder auch noch das Erbe ausschlagen mussten und sogar mein Enkelchen der gerade mal 1 1/2 Jahre jung ist. Das ist so ein Bürokratendschungen bei uns in Deutschland, kein Wunder das die Ämter nicht aus dem Knick kommen. So ging auch der Februar ins Land ohne das wir den Monat leben konnten, wenn ihr wisst wie ich das meine.
Der März ging fast genau so weiter wie der Februar aufgehört hatte. Mit Anwaltsterminen immer noch wegen dem Lohn von meinem Schatz. Telefonate mit dem Gericht und einer Nachlasspflegerin. Wieder Termine im Krankenhaus, beim Zahnarzt und meiner Hausärztin. Zum Ende des Monats sagen wir fast Ende, hatte sich die ganze Aufregung etwas gelegt. Das war auch ganz gut so, denn der 40 Geburtstag meines Schatzes stand an. An diesem Tag passte alles, die Sonne kam raus und blieb den ganzen Tag. Für meinen Schatz hatte ich eine kleine Überraschung vorbereitet, die sie eigentlich nicht wollte, aber ich konnte nicht anders.



Nach einem gemeinsamen Frühstück machten wir uns auf in die Stadt und konnten bei dem schönen Wetter in unserm Stammcafé ein Tässchen Kaffee trinken und ein leckeres Stück Torte an der frischen Luft essen.


Auch der Rest des Tages verlief ruhig und schön. das war das erste Mal, das wir einen Tag lachen und genießen konnten ohne einen Bumerang zu bekommen. So ging der März zu Ende und der wechselhafte April kam. Auch hier gab es wieder Termine, immer noch die Lohnsache, Besuche in der Klinik und zur Mitte des Monats kam dann der Hammer. Ich bekam von einer Klinik ein Schreiben in dem man sich freut mich demnächst als so zu sagen Gast begrüßen zu können.

Und hier mach ich Schluss. Freuen würde ich mich wenn ihr später auch Kapitel 4 mit Spannung lesen werdet. Dazu muss ich sagen, eine Schriftstellerin bin ich nicht und mit der Rechtschreibung hapert es auch ein wenig, aber ich habe Spaß daran. Andere schreiben oder besser lassen Bücher über ihr leben schreiben, die dann in einer dunklen Ecke einer Buchhandlung landen und ich Texte euch hier zu.

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Kapitel 4

Jetzt sind wir schon fast in der Gegenwart angekommen, aber ein klein wenig Vergangenheit steht noch an.

Wie ich das letzte Kapitel beendete, schrieb ich von einer Klinik die mich angeschrieben hatte. Es war die Reha-Klinik, die mich als Gast begrüßen möchte. Uns sind erst einmal alle Falten aus dem Gesicht gefallen. Warum schreibt mich eine Klinik an??
Für uns stand eigentlich fest das es eine Reha nur gemeinsam gibt, da Geli alles was ich mit gemacht habe und was wir in der Zeit die wir zusammen sind gemeinsam durchgestanden haben, mit erlebte und auch Erholung bedarf. Aber das sollte wohl nicht so sein. Ich rief die Rentenkasse an und fragte was das soll, warum bekomme ich ein Schreiben der Klinik wegen einer Reha, das war alles anders besprochen. Nun ist es so und man müsse es Akzeptieren oder nicht die Reha antreten. Das schlimme daran hier in Deutschland, nimmt man die Reha nicht an, bekommt man keine mehr egal wie sehr man sie dann auch bräuchte.
So blieb mir nichts anderes übrig als alleine zur Reha zu gehen. Das schlimme dabei, wo bekomme ich neue Turnschuhe und Trainingshosen und feste Schuhe her. Unser Budget war sehr begrenzt und lies es eigentlich nicht zu das wir für die Reha neue Sachen kaufen konnten. Aber es musste sein.
Am 10.05 sollte es los gehen, da ich ein Mensch bin der es nicht mag 5 Minuten vor der Angst Koffer zu packen, fing schon zeitig an die Kleidung welche ich brauchte aus zu sortieren. Ich merkte das es meinem Schatz gar nicht gut ging die Koffer zu sehen, überhaupt zu sehen das ich Koffer packe. Durch Geschehnisse aus der Zeit vor mir, hatte sie Angst das ich nicht wieder komme. Und diese Angst wurde von einem andern Menschen ausgenutzt und geschürt. Ihr wurde so zu sagen Prophezeit das ich mir einen Kurschatten suche mit ihm die wildesten Sachen erlebe und Geli da für stehen lasse. Aber auch diesen Sturm haben wir gemeinsam gemeistert. Durch die Mitnahme meines schon in die Jahre gekommenen Laptops waren wir via Internet auch diese drei Wochen verbunden. Was ich dort erlebte könnt ihr alles auf meinem Blog ( unter Blog-Archiv) nachlesen, das muss ich hier nicht mehr aufführen.
So schnell wie die Kur dann vor der Tür stand waren die drei Wochen auch wieder vorbei und es war einfach nur schön meinen Schatz wieder in den Arm nehmen zu können. Trotz aller bösen Prophezeiungen bin ich wohlbehalten bei meinem Schatz und unserm gemeinsamen zu Hause angekommen. Auch unser kleiner Zwerg hatte mich vermisst und so wie Geli mit erzählte suchte er nach jedem Spaziergang erst einmal die Wohnung ab ob ich irgendwo sei.
Wieder zu Hause stürzte wir uns in Bewerbungsfieber, aber es scheint ein Wurm drin zu stecken. Oder wie man beim Roulette sagen würde "nichts geht mehr".  Auch in der Reha zerbrachen wir uns gemeinsam den Kopf was man machen könnte, das ging immer am besten wenn ich auf meinem Spaziergang war und mein Schatz im Ohr hatte (via Handy). Dieser Ort lies in seiner Schönheit Gedanken zu,


aber was anfangen ohne finanziellen Rückhalt. Das ist ein ewiger Kreis aus dem man irgendwie nicht ausbrechen kann, so scheint es einem zu mindest. 
Nun haben wir die letzten paar Tage vom Juni, der Sommer hat kalendarisch schon angefangen aber wohin treibt uns unsere Zukunft??

Sollen wir Schriftsteller werden, uns unser Leben was sehr mysteriös angefangen hat aber wirklich mysteriös im wahrsten Sinne des Wortes, aber da für sind wir glaube auch nicht geschaffen. Man müsste jemanden finden mit viel Phantasie in Schrift und Wort und das verursacht auch wieder Kosten.

Unser kennenlernen war schon eine Sache für sich und eigentlich unter keinem guten Stern in Augen anderer. Es dauerte zwei Jahre bis wir wussten was wir für den andern wirklich Empfinden. Und selbst hier gab es Menschen die wussten was besser ist für uns und so trennten wir uns oder sagen wir es anders unterbrachen wir den Kontakt denn eine wirkliche Trennung gab es nie. Alles hatte angefangen mit einem Spiel und heute ist das Spiel für uns Wirklichkeit. Aber das ist eine andere Geschichte die wäre zu lang sie hier nieder zu schreiben.

Ja so schnell geht ein Jahr ins Land, mit all seinen Höhen und Tiefen. Wenn man sich so zurück erinnert haben wir auch aus jeder schlechten Situation eine positive gemacht. Wir wollen nicht jammern, denn es gibt Menschen auf dieser Welt denen geht es schlechter (siehe Afrika, Indien und wo auch immer Menschen hungern müssen und ohne Dach über dem Kopf leben). Wir haben uns, ein Dach über dem Kopf und so lange uns die Ideen nicht ausgehen schaffen wir es auch aus diesem Kreislauf zu kommen.

Ich bedanke mich für Euer Interesse und hoffe auch weiterhin Leser begeistern zu können.


****** The End******

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Schlusswort:


 (¨`☼´¨) 
×`•.¸.•´×

Liebe ist, dich zu kennen.
Liebe ist, dich zu halten.
Liebe ist, dich nie wieder her geben zu müssen.
Liebe ist, mein Leben mit dir.

 (¨`☼´¨) 
×`•.¸.•´×
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