05.05.16

Soviel zum Port entfernen

Heute vor einer Woche bin ich ins Krankenhaus gekommen mit Notaufnahme. Eine an und für sich harmlose Portspülung entpuppte sich als nicht so harmlos. Dabei war, was mir passiert ist auch noch Glück im Unglück. Zurück auf Anfang. Am letzten Donnerstag sind wir voller Zuversicht ins Krankenhaus (Gefäßchirurgie) um mir den Port entfernen zu lassen. Nach einem langen Gespräch mit dem Arzt kam ich dazu den Port noch bis November dort zu lassen wo er war. Er bot mir an, den Port zu spülen so müsse ich nicht noch einen anderen Arzt aufsuchen. Warum also nein sagen.
Ab ging es nach Hause. Bis jetzt noch alles im grünen Bereich. Nach dem Kochen aßen wir und mir wurde während des  Essens schlecht. Mir war kalt, ich bekam Schüttelfrost und von 0 auf 100 in ein paar Sekunden 40 Fieber. Da wir sowie so ein Mittagsschläfchen halten wollten (oder eher ein Nachmittagsschläfchen), legten wir uns hin und ich deckte mich bis zum Hals zu. Der Schüttelfrost und das Fieber wollten nicht weg gehen. Um mich nicht die Treppen runter zu schicken (fünfte Etage) riefen wir den Notruf an. 15 Minuten, ihr wisst gar nicht wie lange 15 Minuten sein können. Ich hörte die 15 Minuten lang, nach dem ich erzählt habe warum ich anrief „bitte bleiben sie dran, sie werden verbunden“. Als ich auflegen wollte hörte ich plötzlich eine andere Stimme am anderen Ende der Leitung. Ich wurde nach meiner Anschrift gefragt und bekam die Mitteilung, dass der Arzt in kürze bei mir sein wird. Nach gefühlten zwei Stunden (30 Minuten) kam dann der Arzt. Lies sich von mir erzählen was los ist und sagte immer „hm hm hm“ dabei. Bis er zu dem Schluss kam mich ins Krankenhaus einweisen zu lassen. Da eine Portentzündung nicht auszuschließen war und er nicht wirklich einen Plan hatte was zu tun sei. Meine Frau fragte nach ob er ein Telefon benötigte und er sagte „nein, das mache er in seiner Praxis“. Ich bin fast vom Glauben abgefallen. Nach wieder 30 Minuten war der Krankenwagen da und brachte mich ins Krankenhaus.
Meine Frau war fix und fertig. Und in der Not erkennt man wahre Freunde. Ohne auch nur zu zögern und ohne das gefragt wurde kam eine liebe Freundin und brachte Geli ins Krankenhaus. Solche Freunde sind nicht mit Gold aufzuwiegen.
In der Notaufnahme ging alles etwas schneller so hatte es den Anschein da gleich an mir rum gepiekt wurde. Blut aus dem Port, dann noch aus dem Arm und zum guten Schluss noch eine Kanüle im Arm. Ich Fragte, ob ich überhaupt noch Blut habe und ihr werdet es nicht glauben der Arzt der mich dann richtig aufnahm und noch einmal untersuchte kam aus Rumänien. Vampire ich wusste es. Und er machte auch noch seine Witze darüber. Er wollte mich aufmuntern. Es ging dann noch zum Röntgen und nach ca. 4 Stunden Notaufnahme um 21 Uhr auf Station. Dort wurde mir erst einmal ein Antibiotikum als  Prophylaxe gegeben. Das Fieber kam in Schüben meist bis an die 40° Grenze und sogar darüber. Das ging so bis Samstag, da war die Temperatur von morgens bis abends um die 37,4°. Es wurde mir aber schon mitgeteilt das wohl Entzündungswerte da sind aber noch keine ausreichenden Ergebnisse. Denn die Blutkultur die angelegt wurde dauert in der Regel 3 bis 4 Tage. Was ganz schlimm war gerade als wir dachten das Fieber ist besiegt kommt es in der Nacht vom Samstag zum Sonntag wieder. Dazu kam noch, dass meine Kanüle nicht mehr durchlässig war und ich nicht wirklich gute Voraussetzungen habe gestochen zu werden. Ausgesehen habe ich wie vom LKW überrollt und mich aus so gefühlt. Sonntag dann endlich ohne Fieber. Aber immer noch mit leichtem Druck am Herzmuskel.

Montag wurde dann ein Herzultraschall von inne gemacht und der Verdacht meiner behandelten Ärztin bestätigte sich. Die Herzklappe ist entzündet und das durch den Portkatheter. Da hat mal irgendwer beim Spülen geschlampt. Da das Ende des Katheters genau auf die Herzklappe stößt sind nun durch die letzte Spülung noch mehr Bakterien an die Herzklappe geraten und diese hat sich noch mehr entzündet. Glück im Unglück deswegen, ohne diese Spülung hätte ich einfach umfallen können und wäre nicht mehr aufgestanden. Es war eine gute Entscheidung ins Krankenhaus zu gehen. Jetzt darf ich erst einmal 6 Wochen das Bett hüten. Am Nachmittag darf ich bei dem schönen Wetter wenigstens für eine halbe Stunde, mit dem Rollstuhl und meiner Frau als Begleitung an die frische Luft. Ansonsten Bewegung und Anstrengung so wenig wie möglich. Und das ich die beste Frau der Welt habe bestätigt sich auch jetzt jeden Tag. Ich liebe dich mein Engel. Und ein Lob an das Personal hier. 

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