27.05.16

Sieben auf einen Streich

... bekommt bei mir eine ganz andere Bedeutung. Gestern nach der ersten Infusion, musste leider nach nur zwei Infusionen gesamt die 15te Kanüle auch gezogen werden. Auf dem Bild vom letzten Post, konnte man nicht wirklich sehen wo sie lag. Sie lag unmittelbar über dem Knöchelknochen und drückte gegen den Knöchel. Laufen war nahezu unmöglich. Aus diesem Grund sind wir dank meiner Physiotherapeutin darauf gekommen das ich mit  Krücken laufen kann um das Bein zu entlasten. Das ging auch ein paar Mal ganz gut, bis mein Fuß blau wurde. So ließ ich die Kanüle ziehen. 
Nach dem Ziehen kam dann der Schmerz. Er zog vom Knöchel hoch zum Knie. Bei jedem Schritt hatte ich das Gefühl mir haut jemand ein Messer in die Wade. Inzwischen ist es besser geworden aber der Knöchel selber wird noch eine Weile schmerzhaft bleiben.
Da ja nun keine Kanüle mehr lag und ich noch bis Sonntag Infusion bekommen sollte musste eine neue her. Die ersten zwei Versuche machte unsere Ärztin von der Station, ohne Erfolg. Mit den Worten, dass sie gleich mit unserer zweiten Stationsärztin wieder kommt verließ sie das Zimmer. Ich wartete und wartete und wartete es wurde 18 Uhr, Zeit um die Infusion anzuhängen. Bei Nachfrage wann die Ärztin wieder kommt, wurde mir gesagt, die sind schon längst zu hause. Da brachen bei mir alle Dämme. Sie verließen sich quasi darauf das der diensthabende Arzt/Ärztin die Kanüle legt. Ich war fix und fertig. Im Prinzip schon mit der 10ten Kanüle. Es sind ja nicht nur die Kanülen dazu gehören ja auch immer die Fehlstiche. Bei fast jeder Kanüle folgen vorher zwei Fehlstiche. Die ersten beiden gestern hatte ich also von unserer Stationsärztin, die nächsten 3 von der diensthabenden Ärztin so gegen 20 Uhr schon 2 Stunden über die Zeit. Und die letzten beiden Fehlstiche bekam ich gegen 23 Uhr von Nachtarzt. Die ganzen Fehlstiche gab es nicht weil die Ärzte es nicht können, sondern weil meine Venen sehr schlecht sind. Ich habe im KH jeden Tag zwischen 3 bis 4 Liter Flüssigkeit zu mir genommen. Erstens um die Nieren gut zu spülen und zweitens das die Venen nicht noch schlechter werden und vertrocknen. Nur das ganze Trinken half auch nichts mehr. Mein rechter Arm, der als einziger für Kanülen genutzt werden kann streikte. Keine Vene lies sich anspülen wenn die Kanüle drin war, also mussten sie wieder raus. Mein linkes Bein/Fuß ging auch nicht mehr und mein rechtes Bein/Fuß ist auch zerstochen.
Ich fand es dann sehr lobenswert, das nicht weiter gemacht wurde und ich ab 23:30 Uhr etwas schlafen konnte. Am Morgen kam dann unsere Stationsärztin und ich sgte ihr unter Tränen die einfach los liefen, das ich nur noch einen Versuch zustimme und dann nach Hause möchte, weil ich nervlich am ende bin. Gesagt getan, sie versuchte es einmal und beim Anspülen platze die Vene. Sie erklärte mir auch das die meisten Stellen die eigentlich schon wieder hätten funktionieren können schon viel zu verhärtet sind und meine Haut durch das viele Desinfektionsmittel aufgeraut und ausgetrocknet ist. Und es dadurch immer schwerer wird leicht durch die Haut zu stechen. Was hatten sie erwartet, das ich still alles ertrage. Sie sprach dann mit dem Oberarzt und ich durfte nach Hause. selbst wenn die Kanüle gelegen hätte, wäre es keine Garantie gewesen das diese bis Sonntagabend hält.

Home sweet Home, die Bedeutung dieser Worte weiß jeder zu schätzen der längere Zeit nicht zu Hause sein durfte oder aus welchen Gründen auch immer nicht konnte.
Ich weiß jetzt auch wie das Bakterium heißt, dass in meinem Herzen Polka getanzt hat. Staphylococcus epidermidis, es ist ein Hautbakterium. Folglich ist beim Spülen des Ports mist gebaut worden. Also wer den Port hat, passt auf das ordentlich desinfiziert wird auch wenn die Ärzte euch für verrückt halten. Ich muss jetzt aufpassen das ich keine Infektion bekomme, die durch Blutende Wunden wie zum Beispiel beim Zähne ziehen entstehen kann. Auch vor jeder OP muss jetzt geprüft werden ob ich nicht eine Vorbehandlung mit Antibiotikum bekommen muss.

Ich bedanke mich noch einmal für die fürsorgliche Pflege der Schwestern und Pfleger auf Station. Ihr seit ein super Team.

Keine Kommentare: