29.05.16

Erster Tag zu Hause

Es ist einfach unbeschreiblich. Die erste Nacht wieder im eigenen Bett, war super. Ich habe durch geschlafen. Aber wie meine Frau mir erzählte, das ich wohl im Schlaf meinen Krankenhausaufenthalt verarbeite. Die letzten 5 Tage waren auch wirklich nur noch nervenaufreibend. 
Nun wollte ich es am ersten Tag gleich wissen. Also zum Sportstudio und unsern Enkel angefeuert. Er hatte einen Karate-Wettkampf. Danach mit Frauchen einkaufen. Ich merkte aber schon im Studio das mein Kreislauf anfängt Polka zu tanzen. Und das drückende Wetter machte das laufen an der Luft nicht besser. Wieder zu Hause musste ich erst einmal die Beine lang machen. Ich wollte gleich zu Anfang zu viel und zu schnell. Schnell geht mal gar nicht. Nun werde ich heute Abend mit meiner Frau zusammen eine runde mit dem Hund gehen um mich langsam an das Treppensteigen zu gewöhnen. Im Moment ist das für mich ein Kraftakt.

Die Begrüßung von unserm Snoopy war lustig. Er war bei unserer Nachbarin und seinem Freund Alvin. wir geklingelt, ich stand etwas abseits der Tür so das er mich gar nicht gleich sehen konnte. Er stürmte auf Geli los und lief kurz zurück. Aber dann stürmische Begrüßung. Es hätte sein können das er mich zwar sieht und abschnuppert aber auch nicht weiter auf mich eingeht. Doch das war zum Glück nicht der Fall. Er ist mir in der Nacht kaum von der Seite gewichen und sucht auch tagsüber die Nähe zu mir.

Wie einem so etwas so aus der Bahn werfen kann, hätte ich nie gedacht. Nun heißt es wirklich langsam, zumindest bis alles wieder normal läuft. Ich hoffe nur es dauert nicht zu lange. Doch das liegt wohl auch an mir selber. Ich bin kein Mensch der sich lange ausruht, also denke ich das es schneller geht wieder auf die Beine zu kommen als gedacht.

27.05.16

Sieben auf einen Streich

... bekommt bei mir eine ganz andere Bedeutung. Gestern nach der ersten Infusion, musste leider nach nur zwei Infusionen gesamt die 15te Kanüle auch gezogen werden. Auf dem Bild vom letzten Post, konnte man nicht wirklich sehen wo sie lag. Sie lag unmittelbar über dem Knöchelknochen und drückte gegen den Knöchel. Laufen war nahezu unmöglich. Aus diesem Grund sind wir dank meiner Physiotherapeutin darauf gekommen das ich mit  Krücken laufen kann um das Bein zu entlasten. Das ging auch ein paar Mal ganz gut, bis mein Fuß blau wurde. So ließ ich die Kanüle ziehen. 
Nach dem Ziehen kam dann der Schmerz. Er zog vom Knöchel hoch zum Knie. Bei jedem Schritt hatte ich das Gefühl mir haut jemand ein Messer in die Wade. Inzwischen ist es besser geworden aber der Knöchel selber wird noch eine Weile schmerzhaft bleiben.
Da ja nun keine Kanüle mehr lag und ich noch bis Sonntag Infusion bekommen sollte musste eine neue her. Die ersten zwei Versuche machte unsere Ärztin von der Station, ohne Erfolg. Mit den Worten, dass sie gleich mit unserer zweiten Stationsärztin wieder kommt verließ sie das Zimmer. Ich wartete und wartete und wartete es wurde 18 Uhr, Zeit um die Infusion anzuhängen. Bei Nachfrage wann die Ärztin wieder kommt, wurde mir gesagt, die sind schon längst zu hause. Da brachen bei mir alle Dämme. Sie verließen sich quasi darauf das der diensthabende Arzt/Ärztin die Kanüle legt. Ich war fix und fertig. Im Prinzip schon mit der 10ten Kanüle. Es sind ja nicht nur die Kanülen dazu gehören ja auch immer die Fehlstiche. Bei fast jeder Kanüle folgen vorher zwei Fehlstiche. Die ersten beiden gestern hatte ich also von unserer Stationsärztin, die nächsten 3 von der diensthabenden Ärztin so gegen 20 Uhr schon 2 Stunden über die Zeit. Und die letzten beiden Fehlstiche bekam ich gegen 23 Uhr von Nachtarzt. Die ganzen Fehlstiche gab es nicht weil die Ärzte es nicht können, sondern weil meine Venen sehr schlecht sind. Ich habe im KH jeden Tag zwischen 3 bis 4 Liter Flüssigkeit zu mir genommen. Erstens um die Nieren gut zu spülen und zweitens das die Venen nicht noch schlechter werden und vertrocknen. Nur das ganze Trinken half auch nichts mehr. Mein rechter Arm, der als einziger für Kanülen genutzt werden kann streikte. Keine Vene lies sich anspülen wenn die Kanüle drin war, also mussten sie wieder raus. Mein linkes Bein/Fuß ging auch nicht mehr und mein rechtes Bein/Fuß ist auch zerstochen.
Ich fand es dann sehr lobenswert, das nicht weiter gemacht wurde und ich ab 23:30 Uhr etwas schlafen konnte. Am Morgen kam dann unsere Stationsärztin und ich sgte ihr unter Tränen die einfach los liefen, das ich nur noch einen Versuch zustimme und dann nach Hause möchte, weil ich nervlich am ende bin. Gesagt getan, sie versuchte es einmal und beim Anspülen platze die Vene. Sie erklärte mir auch das die meisten Stellen die eigentlich schon wieder hätten funktionieren können schon viel zu verhärtet sind und meine Haut durch das viele Desinfektionsmittel aufgeraut und ausgetrocknet ist. Und es dadurch immer schwerer wird leicht durch die Haut zu stechen. Was hatten sie erwartet, das ich still alles ertrage. Sie sprach dann mit dem Oberarzt und ich durfte nach Hause. selbst wenn die Kanüle gelegen hätte, wäre es keine Garantie gewesen das diese bis Sonntagabend hält.

Home sweet Home, die Bedeutung dieser Worte weiß jeder zu schätzen der längere Zeit nicht zu Hause sein durfte oder aus welchen Gründen auch immer nicht konnte.
Ich weiß jetzt auch wie das Bakterium heißt, dass in meinem Herzen Polka getanzt hat. Staphylococcus epidermidis, es ist ein Hautbakterium. Folglich ist beim Spülen des Ports mist gebaut worden. Also wer den Port hat, passt auf das ordentlich desinfiziert wird auch wenn die Ärzte euch für verrückt halten. Ich muss jetzt aufpassen das ich keine Infektion bekomme, die durch Blutende Wunden wie zum Beispiel beim Zähne ziehen entstehen kann. Auch vor jeder OP muss jetzt geprüft werden ob ich nicht eine Vorbehandlung mit Antibiotikum bekommen muss.

Ich bedanke mich noch einmal für die fürsorgliche Pflege der Schwestern und Pfleger auf Station. Ihr seit ein super Team.

25.05.16

Kanüle die 15te

Was soll ich sagen, wieder eine neue Stelle gefunden. Dieses Mal sehr unglücklich aber es läuft. Sie liegt am linken Fuß etwas oberhalb des Knöchels an der Innenseite. Sie liegt gut und die Infusion läuft, doch da sie dicht am Knochen liegt, merke ich jede Bewegung der Kanüle. Bewegt werden muss sie schon aus dem Grund, dass sie ja an das System angeschlossen werden muss. Die Schwestern haben es aber schon raus, wie vorsichtig damit umgegangen werden muss. Es wurde ja auch schon die Tropfzahl von 166 auf 80 Tropfen pro Std. zurück gerudert um die Venen nicht zu sprengen mit dem hohen Druck. Aber alle anderen Werte sind in Ordnung und heute habe ich das okay für Montag bekommen nach Hause zu gehen.


23.05.16

Vorfreute .... Holzhammer

Vorfreute ist die schönste Freute. Doch wenn dann zur Visite verkündet wird „Frau Staude wir haben noch einmal nachgerechnet und so festgestellt dass Mittwoch zu kurz ist, sie müssen leider bis Sonntag hier bleiben, denn die Antibiose benötigt 28 Tage“.

Wie ich mich nach dieser Nachricht gefühlt habe, kann bestimmt nach voll zogen werden. Das war erst einmal ein Holzhammer. Naja, aber davon geht die Welt nicht unter und die paar Tage bekomme ich auch noch rum. Zu meinem Glück bekam ich heute wieder eine neue Kanüle. So langsam habe ich keine Stelle mehr die nicht ausprobiert wurde. Auf alle Fälle werden die Ärzte nervös wenn es heißt „Frau Staude benötigt eine neue Kanüle“.   J



Hausgäste und Geburtstagblumen


22.05.16

25 Tag

Nach Regen folgt Sonnenschein. Was für ein Traum-wetter. Meine Frau ist die Beste. Mit dem Rollstuhl, da ich ja wegen der neuen Kanüle nicht laufen kann, ging es ins Café unterhalb vom Krankenhaus auf ein Tässchen Kaffee und Kuchen. 
Mit abermals neuer Kanüle geht es dem Ende des Krankenhausaufenthalt entgegen. Ich kann über dieses Krankenhaus nichts schlechtes sagen. Aber jeder macht seine eigenen Erfahrungen und wie es nun mal dem menschlichen Intellekt entspricht, bleiben die negativen Erinnerungen besser haften als gute. Klar habe ich auch nicht nur gute Dinge erlebt. Nur liegt gut und schlecht im Auge des Betrachters. Meine nicht so guten Erfahrungen beziehen sich auf Blutentnahme und Kanüle legen. Bei letzteren denke ich fast einen Rekord auf der Station zu haben. Umgerechnet jeden 3 Tag eine neue Kanüle. Wobei manche nur einen Tag hielten. Blöd ist wenn ich als Patient dem Arzt der die Kanüle legt sage "Entschuldigung, das liegt nicht richtig, ich habe schmerzen" und man vom Arzt gesagt bekommt (der natürlich froh ist eine Vene gefunden zu haben), "das Blut läuft, das wird schon halten". Recht sollte ich behalten und am nächsten Tag gab es eine neue Kanüle (zum Glück von unserer Stationsärztin) die 8 Infusionen also 4 Tage gehalten hat. 
Doch so langsam verschwindet die Landkarte aus blauen Flecken. Auch an den Oberschenkeln vom Heparin spritzen. Das gute seit zwei Tage bekomme ich keine mehr, werde umgestellt auf mein Falithrom. Das Team hier ist super, nette Schwestern, Pfleger und ein super Ärzteteam. 

So schnell kann es gehen den Port los zu werden. Hätte ich das alles vorher gewusst oder sagen wir mal so, hätte Frau die Risiken besser bedacht, wäre der Port schon nach der letzten Infusion Herceptin raus gekommen. Aber wie heißt es so schön "hinterher ist man schlauer".






19.05.16

Tag 22

Grund sich zu freuen. Gestern musste ich zum Echo und heute zum Ultraschall (von inne). Das Ergebnis ist super. Noch eine Woche Antibiose und ende nächster Woche kann ich nach Hause. Ich bekomme Verhaltensregeln mit. Soviel weis ich schon, Desinfektionsmittel wird in jeder Handtasche sein und auch zu Hause. Die erste Zeit keine Anstrengungen, langsames aufbauen meiner Ausdauer und Kraft. Mir zittern die Knie beim Treppensteigen als wäre ich 90 Jahre alt. Und da ist es wieder, ich soll viel Geduld haben. Ich und Geduld, darüber darf ich gar nicht nachdenken. Ich bin ein Mensch der immer etwas zu tun braucht. Es ist echt schlimm so ausgebremst zu werden. Nur denke ich jetzt auch, es hätte schlimmer kommen können. 

Ein jeder sollte über sein Leben nach denken, denn es kann mit nur einen Finger-schnips zerstört oder gar vorbei sein. Viele Probleme die wir Probleme nennen sind selbst gemacht. Dabei hilft es zum Beispiel in einer Partnerschaft viel, einfach nur zu reden egal wie unangenehm das Thema ist. Denn gemeinsam findet sich immer ein Weg, man muss es nur wollen und auch zu Kompromissen bereit sein. Darüber hinaus sollte man sich selbst aber auch nicht vergessen. Es ist seltsam, erst ein ernstes Ereignis zwingt viele über ihr Leben nach zu denken. Und ganz erschreckend, es gibt auch viele die ihr Leben einfach weg werfen.

18.05.16

Tag 21


An und für sich, war der Tag heute gut. Die Kanüle hält, Blutergebnisse von Gestern sind gut. Heute gab es dann noch ein Echo, bei dem eigentlich auch alles gut aussieht, aber es gibt einen Abklärungspunkt. Und aus diesem Grund gibt es ein Ultraschall von inne. Für mich ist das noch eine Sicherheit um abzuklären, dass auch wirklich die Herzklappe in Ordnung ist. 
Da ich mit dieser Untersuchung nicht gerechnet habe, hatte ich mir zum Abendbrot nur eine Scheibe Brot bestellt. Das muss ausreichen. Tee darf ich noch trinken. Da kann ich nur hoffen gleich am frühen Morgen an die Reihe zu kommen.
Heute hatte ich ganz lieben Besuch, Danke Bärbel und Pia ich habe mich sehr gefreut Meine Frau Dr. Teddy passt gut auf den kleinen Wuf auf. 

16.05.16

Tag 19 im KH

Geburtstag im Krankenhaus ist nichts schönes. Froh muss ich allerdings darüber sein, den Geburtstag erleben zu dürfen. Es war trotz der Umstände aber ein schöner Tag. Meine Frau brachte mir ein kleines Geschenk (sie umsorgt mich jeden Tag) und wunderschöne Blumen mit. Eine liebe Freundin kam auch zu meiner Überraschung. Doch am meisten hat es mich gefreut, dass meine zwei Enkel mit meiner Tochter da waren. Die Zwerge fehlen mir sehr. Als einziger, muss unser Snoopy darauf warten das ich wieder nach hause komme. Denn Hunde sind im KH nicht erlaubt. Aber Dank unserer lieben Nachbarn und meiner Frau geht es unserm Stinker ganz gut. Ich vermiss die kalte Schnuffelnase.

Meine Kanüle hat nun doch nicht so lange gehalten wie erwartet. 3 ½ Tage ist aber für meine Verhältnisse lange. Wobei ich der Überzeugung bin, dass ohne das letzte ruppige abmachen des Schlauches die zweite Flasche noch durch gelaufen wäre. Zumal ich extra gebeten hatte die Kanüle mit sie anzureden und das Personal weiß wie schlecht die Dinger bei mir halten. Manch ein Pfleger/Schwester ist wie ein Elefant im Porzellanladen. 

Es dauerte dieses Mal nach dem entfernen der Kanüle auch nicht lange bis ich eine neue Kanüle gelegt bekam. Es war ein junger Arzt, er stach nur einmal und schon lief alles wieder. Doch nach dem er weg war, sagte ich die hält nicht lange. Ich merke bei jeder Bewegen des Armes die Kanüle. Ich lass mich überraschen, denn Wunder geschehen immer wieder.

Diese Zeit jetzt ohne meine Frau zu überstehen, mag ich mir nicht vorstellen. Sie ist jeden Tag bei mir. Muntert mich auf wenn mal wieder eine Kanüle versagt. Es ist einfach ein super gutes Gefühl zu wissen geliebt und umsorgt zu werden. Ich merke auch das sie mehr leidet als ich. Ich kann immer nur wieder sagen, ich liebe dich mein Engel und Danke dafür, das du immer für mich da bist. Ich weiß, das jetzt wieder ein Taschentuch fällig ist. (ich kann es sehen, grins) Nur leider kann ich dir keins reichen. Ich sehe dich lieber lachen.

Ich wünschen allen einen Menschen wie dich an seiner Seite.

12.05.16

Tag 15 von 42

Ich war heute voller Zuversicht, dass meine Kanüle weiter so gut funktioniert. Ich musste mich nach dem Anschließen eines Besseren belehren lassen. Erst lief es gut und wenige Minuten später lief es an der Kanüle aus und es fing zu brennen an. Kurzerhand wurde die Kanüle gezogen und ich war frustriert. Ich bin seit 28.04.2016 im Krankenhaus und es wurden bereits 7 Kanülen gelegt. Das heißt, jeden 2 Tag eine neue.

Wenigstens das Blut nehmen war heute mit einmal stechen erledigt. Alles in allem sind die Werte gut. Es wurde das erste Antibiotikum abgesetzt und ich bekomme nur noch zwei Mal am Tag 240 ml Vancomycin verdünnt mit Kochsalzlösung. Seit 15 Tagen habe ich jeden Tag morgens um 5 Uhr eine kleine Flasche mit anschließend einer Spülung (ca. 2 Stunden Laufzeit) bekommen. Das auch noch 13 Uhr und 21 Uhr. Dazwischen gab es die 240 ml Vancomycin. Die ersten vier Tage immer noch wegen dem Fieber Paracetamol so zweimal pro Tag. Ich bin eine Chemiefabrik. 

Die Essensbestellung funktioniert inzwischen auch gut und ich bekomme was ich bestellt habe. Es ist halt Krankenhaus und keine Hausmannsküche. Aber man kann es essen.

Fäden vom Entfernen des Ports wurden heute auch gezogen. Das ist wieder so ein Abschluss von der Krebsbehandlung. Vorgestellt hatten wir uns das Entfernen zwar anders, doch war es für mich so viel besser. Die Entzündung wäre nicht entdeckt worden und das Resultat daraus ... wäre die schlechtere Alternative. 

09.05.16

Gute Nachrichten

Heute wurde wieder Blut genommen. Aber bis zu dem Punkt wo es auch geklappt hat verging einiges an Zeit. Der erste hat den Versuch vorm Frühstück gewagt und kein Blut von mir bekommen. Wie immer. Dann kamen unsere Station's - Ärztinnen und siehe da es lief, wenn auch nicht gut aber es lief. Nach der Visite kam dann die erste Infusion und es ging schlag auf schlag bis jetzt. Durch die Verschiebung am Morgen kommt die letzte Infusion heute erst sehr spät.
Gute Nachrichten gibt es auch, mein Entzündungswert ist gesunken so kann ggf. ab Mittwoch weniger Antibiotikum verabreicht werden.
Muss nur noch die Kanüle halten wenigstens noch heute, dann bin ich restlos zufrieden. Aber das Personal hat so seine Tricks damit das auch weiter gut läuft.


08.05.16

Kanüle

Hallo zusammen,
ich kann Daumendrücken brauchen. Noch liegt die Kanüle von gestern am linken Fuß. Aber meine Schmerzgrenze für diese Stelle ist schon fast erreicht.

Ich hoffe ihr hattet heute alle die nicht Krank sind bei dem schönen Wetter einen wunderschönen Sonntag und Muttertag. Ich war mit meiner Frau im Kaffee hier im KH und haben lecker Eis gegessen. Anschließend gab es noch eine Runde mit dem Rollstuhl in die Sonne.

Für mich heißt es jetzt warten auf die letzte Infusion für Heute und hoffe, das ich das aushalte.

07.05.16

10 Tage Krankenhaus

Auch heute wurde wieder eine neue Kanüle gelegt. Diese Dinger setzten sich viel zu schnell zu oder anders gesagt meine Venen schließen sich und es geht nichts mehr. Ich frage mich wie ich das 6 Wochen durchhalten soll. Das dumme, die schlechten Venen sind auch auf die Chemo zurück zuführen. Gut waren sie noch nie so wirklich, aber Probleme hatte ich erst nach der Chemo.

Am schlimmsten ist aber dieses absolute Ruhe halten. Man wird von jetzt auf gleich ausgebremst. Das Gute, ich darf am Nachmittag immer eine Stunde durchs Haus gefahren werden. Immer noch geht mir durch den Kopf was passiert wäre, hätte ich diese Spülung nicht bekommen. So liegt man im Bett am Fenster, sieht jeden Morgen die Sonne aufgehen, hört das Wasser plätschern vom Brunnen und das Entenpärchen schnattern. Jetzt am Abend liegt die Trauerweide schon im Schatten und der Wind spielt mit den langen Ästen. So einfache simple Dinge kommen einem plötzlich so wichtig vor im Angesichts dessen, das ich das hätte alles nie wieder sehen können. Der ein oder andere mag lachen wenn er das liest. Das Leben schätzen zu lernen beginnen wir erst, wenn es fast zu spät ist.


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Hallo Mama, morgen ist Muttertag. Den hätte ich gern mit dir verbracht. 
Deine Urenkel hätten dir viel Freude gemacht. Ich schicke dir einen 
Gruß wo immer du auch bist.
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05.05.16

Soviel zum Port entfernen

Heute vor einer Woche bin ich ins Krankenhaus gekommen mit Notaufnahme. Eine an und für sich harmlose Portspülung entpuppte sich als nicht so harmlos. Dabei war, was mir passiert ist auch noch Glück im Unglück. Zurück auf Anfang. Am letzten Donnerstag sind wir voller Zuversicht ins Krankenhaus (Gefäßchirurgie) um mir den Port entfernen zu lassen. Nach einem langen Gespräch mit dem Arzt kam ich dazu den Port noch bis November dort zu lassen wo er war. Er bot mir an, den Port zu spülen so müsse ich nicht noch einen anderen Arzt aufsuchen. Warum also nein sagen.
Ab ging es nach Hause. Bis jetzt noch alles im grünen Bereich. Nach dem Kochen aßen wir und mir wurde während des  Essens schlecht. Mir war kalt, ich bekam Schüttelfrost und von 0 auf 100 in ein paar Sekunden 40 Fieber. Da wir sowie so ein Mittagsschläfchen halten wollten (oder eher ein Nachmittagsschläfchen), legten wir uns hin und ich deckte mich bis zum Hals zu. Der Schüttelfrost und das Fieber wollten nicht weg gehen. Um mich nicht die Treppen runter zu schicken (fünfte Etage) riefen wir den Notruf an. 15 Minuten, ihr wisst gar nicht wie lange 15 Minuten sein können. Ich hörte die 15 Minuten lang, nach dem ich erzählt habe warum ich anrief „bitte bleiben sie dran, sie werden verbunden“. Als ich auflegen wollte hörte ich plötzlich eine andere Stimme am anderen Ende der Leitung. Ich wurde nach meiner Anschrift gefragt und bekam die Mitteilung, dass der Arzt in kürze bei mir sein wird. Nach gefühlten zwei Stunden (30 Minuten) kam dann der Arzt. Lies sich von mir erzählen was los ist und sagte immer „hm hm hm“ dabei. Bis er zu dem Schluss kam mich ins Krankenhaus einweisen zu lassen. Da eine Portentzündung nicht auszuschließen war und er nicht wirklich einen Plan hatte was zu tun sei. Meine Frau fragte nach ob er ein Telefon benötigte und er sagte „nein, das mache er in seiner Praxis“. Ich bin fast vom Glauben abgefallen. Nach wieder 30 Minuten war der Krankenwagen da und brachte mich ins Krankenhaus.
Meine Frau war fix und fertig. Und in der Not erkennt man wahre Freunde. Ohne auch nur zu zögern und ohne das gefragt wurde kam eine liebe Freundin und brachte Geli ins Krankenhaus. Solche Freunde sind nicht mit Gold aufzuwiegen.
In der Notaufnahme ging alles etwas schneller so hatte es den Anschein da gleich an mir rum gepiekt wurde. Blut aus dem Port, dann noch aus dem Arm und zum guten Schluss noch eine Kanüle im Arm. Ich Fragte, ob ich überhaupt noch Blut habe und ihr werdet es nicht glauben der Arzt der mich dann richtig aufnahm und noch einmal untersuchte kam aus Rumänien. Vampire ich wusste es. Und er machte auch noch seine Witze darüber. Er wollte mich aufmuntern. Es ging dann noch zum Röntgen und nach ca. 4 Stunden Notaufnahme um 21 Uhr auf Station. Dort wurde mir erst einmal ein Antibiotikum als  Prophylaxe gegeben. Das Fieber kam in Schüben meist bis an die 40° Grenze und sogar darüber. Das ging so bis Samstag, da war die Temperatur von morgens bis abends um die 37,4°. Es wurde mir aber schon mitgeteilt das wohl Entzündungswerte da sind aber noch keine ausreichenden Ergebnisse. Denn die Blutkultur die angelegt wurde dauert in der Regel 3 bis 4 Tage. Was ganz schlimm war gerade als wir dachten das Fieber ist besiegt kommt es in der Nacht vom Samstag zum Sonntag wieder. Dazu kam noch, dass meine Kanüle nicht mehr durchlässig war und ich nicht wirklich gute Voraussetzungen habe gestochen zu werden. Ausgesehen habe ich wie vom LKW überrollt und mich aus so gefühlt. Sonntag dann endlich ohne Fieber. Aber immer noch mit leichtem Druck am Herzmuskel.

Montag wurde dann ein Herzultraschall von inne gemacht und der Verdacht meiner behandelten Ärztin bestätigte sich. Die Herzklappe ist entzündet und das durch den Portkatheter. Da hat mal irgendwer beim Spülen geschlampt. Da das Ende des Katheters genau auf die Herzklappe stößt sind nun durch die letzte Spülung noch mehr Bakterien an die Herzklappe geraten und diese hat sich noch mehr entzündet. Glück im Unglück deswegen, ohne diese Spülung hätte ich einfach umfallen können und wäre nicht mehr aufgestanden. Es war eine gute Entscheidung ins Krankenhaus zu gehen. Jetzt darf ich erst einmal 6 Wochen das Bett hüten. Am Nachmittag darf ich bei dem schönen Wetter wenigstens für eine halbe Stunde, mit dem Rollstuhl und meiner Frau als Begleitung an die frische Luft. Ansonsten Bewegung und Anstrengung so wenig wie möglich. Und das ich die beste Frau der Welt habe bestätigt sich auch jetzt jeden Tag. Ich liebe dich mein Engel. Und ein Lob an das Personal hier.