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30.08.12

Untersuchung geschafft

Heute habe ich wieder eine Untersuchung hinter mich gebracht. Jetzt ist es schon 3 Jahre her das man den Knoten entfernt hat, und man hat sich so einiger maßen damit auseinandergesetzt und es irgendwie verarbeitet.
Da kommt man zu einer Untersuchung und steht vor dem Arzt er/sie tastet die Brust und die Achseln ab und sagt so nebenbei rechst ist ein glatter Lymphknoten etwas verdickt.
Mir sind in diesem Moment alle Gesichtszüge entglitten. Hätte die Ärztin in diesem Moment nicht einfach nichts sagen können als sich dann mit Worten an mich zu wenden wie "das ist nichts schlimmes, sowas ist normal". Klar sie macht nur ihren Job und ich habe an ihren stockenden Worten an mich gemerkt das sie mitbekommen hat wie mit anders wurde, nur wenn da nichts ist ... wie heißt es "wenn man nichts wichtiges zu sagen einfach mal die .... halten" oder so ähnlich. Zum Glück ist alles in Ordnung aber mit einem Schrecken bin ich nach Hause gefahren.

Ja da Denkt man man kommt mit so etwas klar, aber in einem drin scheint es anders zu laufen. Es gibt so viele Bücher und so viele Foren und ich weis nicht was noch alles. Aber da drin steht nicht wie man damit fertig werden sollte. Jeder Mensch (Frau) ist anders und jede geht anders damit um. Es gibt im Prinzip kein Rezept um die Seele sein Innerstes zu heilen.

Ich kann nur für mich sprechen und sage mir tut das Schreiben hier gut und ich finde es schön zu wissen das es von Betroffenen gelesen wird. Danke




23.08.12

Mammographie die Zweite

So heute habe ich nun endlich meine zweite und somit letzte Mammo für dieses Jahr hinter mir. Ich brauche glaube nicht mehr zu erwähnen das es jedesmal ein Nervenakt ist und man zittert bis man das Ergebnis bekommt. Man kann den Felsen fallen hören wenn die Tür vom Sprechzimmer aufgeht und die Ärztin mit dem Daumen nach oben raus kommt und sagt "es ist alles in Ordnung". Ich merke so langsam kommt auch bei dem Gang zu dieser Untersuchung Routine rein, man geht nicht mehr mit all zu viel Angst dort hin. Jetzt fehlen noch zwei Nachuntersuchungen eine ist nächste Woche und dann die Letzte im November.

Was mir heute aufgefallen ist man erkennt in den Gesichtern der Frauen im Wartezimmer welche schon an Brustkrebs erkrankt war und für welche es nur eine Routine Untersuchung ist. Meine Beobachtung konnte ich heute so genau machen da ich fast eine kleine Ewigkeit warten musste. Was würde manch eine von uns geben mit einem ruhigen Gewissen ohne Angst zur Mammo gehen zu können. Ich denke aber das es mit laufe der Zeit immer besser wird und das ist auch gut so. Was habe ich davon wenn ich mein Leben von Angst bestimmen lasse, nichts. Im Gegenteil man sollte die Angst nicht bestimmen lassen wie man Lebt. Es gibt so vieles für was es sich lohnt diesem Gefühl nicht die Oberhand zu lassen.

Auch wenn es sich kitschig anhört, aber seit ihr schon mal bei einer Sternenklaren Nacht spazieren gegangen und habt euch die Zeit genommen die Sterne an zu sehen. Das ist wie als schaue man aufs Meer so unendlich weit kaum erreichbar, aber doch wunderschön, geheimnisvoll und gleichzeitig gefährlich. Man fühlt sich auf einmal irgendwie frei. Das sind alles so Kleinigkeiten die das Leben für einen kurzen Moment wunderschön machen. Es gibt bei vielen Menschen keine solchen Momente, sie laufen mit Scheuklappen durch die Welt schauen nicht nach rechts und nicht nach links und wollen es auch teils nicht aus Angst man könnte sehen das sie Gefühle haben und zulassen können. Für mich sind das arme Menschen und ich denke eine Zeit lang habe  ich auch dazu gehört. Warum muss einem erst etwas passieren bevor man die Augen richtig auf macht und das Leben zu schätzen lernt. Es zählt nicht nur das man ein dicken Geldbeutel hat, denn wenn man die Menschen in seiner Umgebung daran misst was sie haben gewinnt man keine Freunde nur falsche. Mit unter ist ein armer Mensch glücklicher als ein Reicher und ein Armer weis zu schätzen was er hat.

So jetzt habe ich mal wieder genug geschrieben, aber ab und an soll ein Denkanstoß ganz gut sein und so manch einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück hohlen.


16.08.12

Einer dieser Tage!

Gestern war mal wieder einer dieser Tage, an denen man sich verstecken möchte. Es ist leicht zu sagen "es ist doch besser Gesund zu sein". Klar ist es besser gesund zu sein, als sich über Dinge die keine große Rolle spielen sollten sich auf zu regen. Aber ich denke jeder hat das Recht einfach mal sich selbst zu bemitleiden. Man sollte nur aufpassen das es nicht zu lange anhält und man in ein tiefes Loch fällt aus dem man alleine nicht mehr raus kommt.
Bei mir ist es nun mal die Gewichtszunahme durch die Medikamente, damit komme ich nicht klar. Nun habe ich heute meine Kleidung aussortiert, da ich vieles nicht mehr tragen kann weil es mir nicht mehr passt. Das ist deprimierend, zumal man sich aus Geldmangel nicht mal was neues leisten kann. 
Nun würde mancher sagen " hör doch auf zu jammern" es gibt schlimmeres, das mag wohl sein. Ich hasse das ich krank geworden bin und sich mein Leben dadurch so verändert hat. Es gibt auch positive Veränderungen aus der ich meine Kraft ziehe, aber diese Veränderungen haben mit der Erkrankung nichts zu tun und das ist auch gut so. Man stellt sein ganzes Leben in Frage und alles was passiert ist geht einem nicht mehr aus dem Kopf und verfolgt einen sogar im Traum. Man träumt von Situationen aus seinem Leben und im Traum versucht man diese zu ändern oder sich vor zu stellen wie es wäre hätte man etwas anders gemacht. Aber wenn man am Morgen erwacht ist alles wieder da, man steht mit beiden Beinen wieder mitten in der Realität und muss damit klar kommen weil andere Menschen nicht verstehen können das man neben der Erkrankung auch Seelisch leidet. Das ist diese Leiden was keiner sieht aber es ist da und ich denke es wäre gelogen zu sagen "nein so was passiert mir nicht", es geht nur jeder anders damit um. Man muss funktionieren weil es heut zu tage die Gesellschaft so erwartet, da gehört kein Jammern dazu. Da ist es schön wenn man einen Mensch an seiner Seite hat der einen auffangen kann. Das schlimme aber daran dieser Mensch leidet mit und ich denke viel mehr als man selber, so das man sich gegenseitig auffangen muss und so immer mehr Kraft gemeinsam bekommt.
Die Erkrankung war nun einmal da und ist Teil unseres Lebens, wir müssen damit zurechtkommen obwohl es so einige Situationen gibt in denen man zurück an den Anfang der Erkrankung geschuppt wird. Ich kann nur für mich sprechen und sage, zieht aus jeder Situation so verworren sie auch sei immer das positive, denkt mehr an euch und macht euch nicht so viele Gedanken darüber was andere von euch halten. So wird es besser und im Laufe der Zeit kommt man damit einiger Maßen klar. Nun sind es bald im September 3 Jahre, meine Haare sind wieder schön lang, trotz allem wird die Erkrankung immer gegenwärtig sein. Schon allein da durch man Medikamente nehmen muss und das über so einige Jahre.