23.09.11

2 Jahre

Nun sind es schon 2 Jahre, am 10.09.09 habe ich meine erste Chemo bekommen und ende Februar 2010 die letzte. Dann folgte noch Bestrahlung und Herceptin-Infusion bis November 2010. Aber zwischen letzter Chemo und erster Bestrahlung lag noch eine Diagnose welche einem die Füße wegreisen kann. Da stand nach einem CT plötzlich eine Lungenembolie. Ich war ja froh das man diese erkannt hat, aber was hätte da alles passieren können wenn man es nicht gemerkt hätte. Zu mal ich keine Anzeichen merkte, wie zum Beispiel Kurzatmigkeit.  Das mit der Luft war seit der Chemo so wie so nicht so gut, also merkte ich es nicht.
Mein Schatz ist seit dieser Zeit immer an meiner Seite gewesen und ist es heute noch. Es ist eine Zeit an die man eigentlich nicht mehr erinnert werden möchte, denn die Chemo hat so die ein oder andere Nebenwirkung gezeigt auf die man gut und gerne verzichten kann.
Ich weis noch wie es mit den Haaren los ging, erst einmal halbierten wir die Länge das ging noch, nach der ersten Chemo ging ich eines Tages ins Bad und nahm mir den Rasierer ..... es hat einige Minuten gedauert bis ich den Rasierer angesetzt hatte um mir eine breite Strähne weg zu rasieren. Im ersten Moment musste ich lachen obwohl mir nicht zum lachen war, denn um so mehr Strähnen zum Boden fielen um so mehr stieg das Wasser in meinen Augen. Ein wenig nach helfen musste mein Schatz dann am Hinterkopf. So ging ich zur zweiten Chemo mit Stoppeln gut versteckt unter einem Kopftuch. Kurz vor der dritten Chemo faste ich mir in die Stoppeln und hatte sie in der Hand. Ich konnte meine Haare einfach raus ziehen. So ging ich wieder ins Bad, dieses mal mit einem Nassrasierer. Das konnte ich aber nicht alleine tun, wir hatten beide Tränen in den Augen. Auch wenn man darauf vorbereitet wird das die Haare ausgehen. Ist der Schock trotz dem sehr groß wenn man dann mit Glatze in den Spiegel schaut. Ich konnte mich seit dem Tag nicht mehr im Spiegel ansehen. Auch die Perücke machte es mir nicht leichter in den Spiegel zu schauen. Es sah gut aus, aber das war nicht ich. Nun sind die Haare wieder da und damit auch ein wenig mehr Selbstvertrauen.
Die Lungenembolie hat mir zusätzliche Medikamente verpasst, die neben dem Tamoxifen schön mit meinem Gewicht spielen, 10 Kilo mehr auf den Rippen, ist für mich ganz schlimm. Aber man muss damit zurecht kommen.
Was ich schade finde, in der ganzen Zeit die ich zur Chemo musste gab es über einen Verband eine Veranstaltung (Kosmetik). Es wird im TV gezeigt wer alles an Prominenz zu diesen Charity-Veranstaltungen kommt und das so viel gespendet wurde. Aber wo bleiben die Spenden, was wird damit außer Kosmetikkurse zu halten gemacht?
Zu meiner Zeit der Erkrankung war auch eine prominente erkrankt und bekam Chemo. Sie wurde im TV hoch und runter gezeigt was ich nicht richtig fand. Es ist klar das keine Frau auf der Welt an Brustkrebs erkranken sollte, aber warum wird nicht darüber berichtet wie sich Mütter mit kleinen Kindern und Harzt IV durch die Behandlung kämpfen. Viele haben einen regelrechten Krieg mit den Kassen damit sie Haushaltshilfen und der gleichen bewilligt bekommen.
So etwas hat diese prominente Dame nicht machen müssen. Sie hat ein dickes Finanzielles Polster um sich Haushaltshilfe und Kinderbetreuung, Perücke leisten zu können. Sie musste sich nicht mit Behörten rum schlagen. Wie gesagt keine Frau hat es verdient an Brustkrebs zu erkranken, aber man sollte als Promi etwas zurück haltender sein was die Öffentlichkeit an geht. Solche Frauen sind für mich keine Vorbilder sondern die Frauen die sich  mit der Erkrankung durchs leben schlagen müssen ohne ein finanzielles Polster. Und in solchen Fällen sollten dann die Spendengelder auch eingesetzt werden.
Jetzt schaue ich zurück und muss sagen hätte ich meinen Schatz nicht an meiner Seite wüste ich nicht ob ich das alles so durchgestanden hätte. Auch jetzt zwei Jahre nach der Diagnose, kämpfen wir uns durchs Leben. Es ist in Deutschland seltsam, hat man eine Krankheit ob ansteckend oder nicht, wird man weit weit auf das Abstellgleis geschoben. Wenn man nicht in Arbeit war als man die Diagnose bekam hat man kaum eine Chance auf Arbeit. Aber wie heißt es so schön "nicht den Kopf in den Sand stecken" Das werden wir auch nicht tun, da für haben wir zu viel mit gemacht. Es ist ja nicht nur die Erkrankung die einen schwer zu schaffen macht sondern auch das Leben kann ein schwer auf die Füße fallen. Wir kämpfen weiter und es werden weitere Jahre ohne Krebs ins Land ziehen so hoffen wir ganz fest. Die Angst wird uns immer begleiten denn eine Garantie gibt es nicht.

Was ich durch diese Krankheit gelernt habe, wie schnell das Leben zu ende sein kann. Man lebt mit unter viel zu sorglos in den Tag, regt sich über alles auf. Das alles gibt es nicht mehr, man macht Pläne, sieht jeden tag wie ein Geschenk und es wird sich auch nicht mehr über sinnloses aufgeregt, die Zeit ist viel zu kostbar. Ich möchte mein Enkelchen aufwachsen sehen und auch dessen Kinder und das alles mit meinen beiden Schätzen zusammen.

Wenn einige auch das nachlesen im Internet brauchen, was Brustkrebs angeht so sage ich aber "lasst das nachlesen, fangt zu leben an wer weis wie lange man sein Leben noch hat". Erst hat man kaum Information über Brustkrebs, ist man betroffen strömen viel zu viele Informationen auf einen ein die man nie verarbeiten kann. Im Gegenteil die meisten Informationen machen zusätzlich angst.

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Liebt und Lebt das Leben ihr habt nur das eine.
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