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23.08.11

Wende

Gestern ist uns fast die Hutschnur geplatzt. Voller freute darüber das sich mal ein Arbeitgeber dazu herablässt ein Vorstellungsgespräch zu geben sind wir gestern dort hin gefahren. Der erste Eindruck der Anlage war sehr gut, es scheint auch ein fast ganz neues Pflegeheim zu sein.
Aber erst einmal haben wir uns mit der Straßenbahn verfranzt. Im Internet steht das sowohl als auch die 8 oder 15 an der Haltestelle halten wo wir raus mussten. Also da die 8 nicht weit von uns abfährt sind wir in die 8 gestiegen und das rechtzeitig in unseren Augen (eine Stunde vor dem Termin) eine geschlagene Dreiviertelstunde saßen wir in der Bahn und mussten feststellen das die 8 nicht bis zur gewünschten Haltestelle fährt. Da wir noch gut eine viertel Stunde Zeit hatten fragten wir uns durch. So verkehrt waren wir auch gar nicht denn ich hatte das Straßenschild mit dem richtigen Namen schon von der Bahn aus gesehen.
Wir sind dann leider 4 Minuten zu spät angekommen und schon der erste Eindruck der Chefin lies nichts gutes erahnen. Ihre Worte als Geli sich vorstellte "ja um 9 Uhr hatten sie das Gespräch, warten Sie bitte da vorn" sie verwies uns auf eine Sitzgruppe.
Als sie dann mit ihren andern Sachen fertig war konnte Geli zu Gespräch, ich richtete mich auf ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde ein. Aber das war das kürzeste Vorstellungsgespräch was sie je hatte keine 10 min. Als wir draußen waren erzählte sie mir was los war. Bei der Frage um die Gehaltsvorstellung, sagte die gute Frau zu Geli "mit den Gehaltsvorstellungen solle sie wieder nach NRW zurück" Das ist doch eine Frechheit, 4,50 € als Examinierte Pflegekraft als Stundenlohn. 40 Stunden die Woche.

Ich dachte immer wir sind ein Deutschland, aber da habe ich mich wohl vertan. Der Beruf der Pflege ist ein Knochenharter Job und ich habe Respekt vor den Menschen die diesen Beruf ergreifen. Ich finde es aber unverschämt das ein Karitativer Verein wie die AWO es nicht fertig bringt die Leute besser zu bezahlen. Denn diese 4,50 € haben doch mit Tariflohn nichts zu tun das ist ausbeute und das mitten in Deutschland. Heute gibt es noch zwei Vorstellungsgespräche mal sehen was dabei rum kommt.

Auf alle fälle finde ich das traurig das solche Lohnunterschiede gemacht werden, zwischen Ost und West. Die Arbeit ist die selbe und sollte auch genauso bezahlt werden wie in den alten Bundesländern. Man braucht sich nicht zu wundern wenn die Arbeitskräfte aus dem Osten abwandern.

Kommentare:

Sue hat gesagt…

oh man ist das bescheuert. Sozialberufe werden leider noch immer nicht wirklich angemessen bezahlt, egal ob Ost oder West. Ich habe fast dreissig Jahre als examinierte Krankenschwester (West) gearbeitet. Jetzt wo ich wegen des Krebs nicht mehr arbeiten kann und in Rente mußte, ist die Rente niedriger als Hartz4.
Kein Wunder das der nächste richtige Pflegenotstand schon vorprogrammiert ist.
Ich kann Euren Frust voll verstehen und so Sprüche von wegen Gehaltsvorstellungen sind absolut behämmert.

lieben gruss sue

Bettina hat gesagt…

Das beste daran ist, sobald ein Arbeitgeber davon hört man hatte Krebs ist der Ofen eh aus. Das ist ein ewiger Kreislauf aus dem es kein Entrinnen gibt. Meinen Beruf (Schneiderin)darf ich wegen der Lungenembolie nicht mehr ausüben ich könnte mich verletzten. Und Rente die sagen "was wollen sie von uns, sie sind gesund und können Arbeiten" aber bitte schön was????????