02.06.11

Was hat es ...

mir gebracht zur Reha zu gehen? Ich bin ungern hin und das nur weil ich fast dazu genötigt wurde. Nach dem Motto entweder Reha oder kein Geld mehr. Aber das ist immer ganz gut in den Schreiben des Amtes versteckt und nennt sich "Wiedereingliedern in das Arbeitsleben". Und jetzt hole ich ein wenig weiter aus ....
Es ist schon immer interessant wenn man einen Termin hat bei seinem Betreuer und man die Frage stellt, "Auf was soll ich mich bewerben?". Da sieht man nur Schulterzucken bekommt einen Vertrag vorgelegt in dem man sich verpflichtet sich zu Bewerben, auch wenn man nicht weiß worauf. Ich habe einen Beruf gelernt der mir sehr viel Spaß gemacht hat, der aber heute in Deutschland nicht mehr gefragt ist. Schneiderin (Industrieschneiderin). Diesen Beruf habe ich gewählt weil ich schon im Alter von 13 Jahren meine Liebe zur Schneiderei entdeckte. Meine erste Nähmaschine war eine DDR Kindernähmaschine mit Kettenstich. das heißt wenn man das richtige Ende des Fadens in der Hand hatte und zog war die ganze Naht wieder auf. Ich nähte für Freunde meine Kinder, Familie so ziemlich alles was man nähen kann bis die Arbeitslosigkeit kam.

Das waren so die ersten Kleider für die Mädchen.



 Da von gab es noch eins für mich. So zu sagen Partnerlook.


So schön wie die Sachen auch waren, ich wollte mehr als nur Heimschneiderin sein. Also fragte ich beim Amt nach einer Umschulung oder Weiterbildung im Schneiderhandwerk. Aber irgendwie hatte ich nicht das richtige Gesicht da für. Denn mir wurde gesagt "Sie werden sich doch in ihrem Alter nicht mehr auf die Schulbank setzten wollen?". Ich schaute den Typen an, und in mir kochte die Wut hoch. Ich fragte was das solle, denn immer hin war ich da erst 33 Jahre. Mit einer dicken Wut im Bauch bin ich dann nach Hause und suchte via Internet und meinen alten Lehrbüchern nach Adressen von Schulen und fand auch welche. So machte ich mich daran eine Bewerbungsmappe fertig zu machen und zu versenden. Insgesamt vier Schulen habe ich angeschrieben und auch von allen eine positive Antwort bekommen aber mit einem bitteren Beigeschmack bei drei davon. Ich war in den Augen derer einfach zu Alt. Sollte man einfach nichts tun und sich vom Amt in eine Schublade stecken lassen? Ne nicht mit mir, denn da war ja noch eine. Ich bekam die Gelegenheit mich dort persönlich vorzustellen und was soll ich sagen ich war hin und weg und das nur mit den Möglichkeiten die ich nach der Weiterbildung was es für mich gewesen wäre (anstatt 2 1/2 Jahre nur 1 1/2 wegen meiner abgeschlossenen Ausbildung und meiner Berufserfahrung) hätte beruflich alles machen können. Nun stand die Frage im Raum der Finanzierung. Also bin ich wieder zum Amt. Da es ein staatliches Kolleg war, wäre eine staatliche Finanzhilfe drin gewesen. Es kam aber anders, denn die Frage nach finanzieller Unterstützung hätte ich lieber nicht stellen sollen. Ende vom Lied, ich bekam keine Hilfe. So suchte ich mir erst einmal einen Nebenjob (Bedienung), damit ich nicht nur zu Hause sitze und unter Menschen war. Sonst wäre ich in ein noch tieferes Loch gefallen. Es kam alles zusammen und ging schief was nur schief gehen kann. Aber da kam man durch ich weiß nicht wie aber ich schaffte es. 


Morgen geht es weiter.

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