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04.06.11

Kapitel 2.1

Da dieses Praktikum sehr gut lief, fragte meine Chefin beim BFZ nach ob man das nicht auch verlängern könnte. Das schien kein Problem zu sein, denn ich habe kurz nach der Anfrage die Bestätigung erhalten. So wurde auch dann aus dem Praktikum ein Mini Job auf 165 € Basis. Leider konnte ich nur zwei Jahre in diesem Büro arbeiten, habe aber viel für mich mitgenommen. Vom Amt habe ich seit dem nichts mehr gehört, alle drei Monate eine Einladung damit die auch sehen man lebt noch, aber eine Vermittlung gab es nie seitens des Amtes. Durch einen Zufall bekam ich dann die Chance bei uns in der Schule das Schulbistro zu leiten und die Schulbücherei zu verwalten. Das war eine sehr schöne Arbeit und auch eine gute Zusammenarbeit mit Schülern und Lehrern. Dann kam 2009 der Brustkrebs.
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Eigentlich wollte ich ja nur erzählen was ich für mich aus der Kur mitgenommen haben, und nun habe ich euch einen halben Roman meines Lebens geschrieben. Aber damit wollte ich sagen man soll egal in was für eine Situation man gerät etwas daraus machen und wirklich das positive dabei raus nehmen und für sich nutzen. Das Leben ist kein Zuckerschlecken, einer hat es leicht ein anderer kämpft sich durch, und dann gibt es noch welche die es sich gut gehen lassen auf anderer kosten. Ich denke, ich gehöre zu den Kämpfern egal was kommt, es gibt immer einen Grund weiter zu machen und sich nicht auf zu geben. 
Ich konnte mich in der Kur mit Frauen in meinem Alter und älteren Damen unterhalten, und muss feststellen so verschieden sind wir gar nicht wenn man das Alter mal weg lässt. Alle hatten Angst vor dem Haarausfall, vor den Nebenwirkungen der Chemo und der Bestrahlung. Und am schlimmsten war für alle der Haarausfall. Man weiß die Haare wachsen wieder, aber selber da gibt es Ausnahmen bei denen die Haare nur Fleckenweise wieder wachsen oder überhaupt nicht mehr wachsen. Jede kämpft auf ihre Art gegen diese Erkrankung und jede hat einen Weg gefunden sagen wir mal es irgendwie zu verdrängen, denn etwas anderes ist es nicht. Es gibt bestimmt die Ein oder Andere, denen eine Psychologische Betreuung gut tut, aber das sind nur ganz wenige. Man spricht  in kleinen Gruppen maximal 3 Personen schon mal darüber aber so schnell wie das Thema Brustkrebs und die Behandlung gekommen sind, so schnell hört man auch wieder auf darüber zu sprechen. Kein Psychologe kann einem die Angst nehmen das es vielleicht wieder kommt, man wird in mancher Situation daran erinnert was man durch gemacht hat, aber man muss damit alleine zurecht kommen. 
Also ist meine Erkenntnis, was die Kur angeht körperlich konnte man mir helfen und es tat gut bei den Übungen zu spüren das man Muskeln hat. Das Seelische aber, kann kein Psychologe heilen. Ich habe eine starke Partnerin an meiner Seite und bin sehr stolz auf sie. Stolz weil sie meine Launen, meine Hochs und Tiefs mitgetragen hat ohne sich zu beschweren. Oft konnte ich sehen das auch sie am Ende ihrer Kraft war und sie es aber von sich aus nie zu gegeben hätte. Wir haben uns geschworen immer über Probleme zu sprechen und das hat uns viel geholfen diese Sache gut zu überstehen. Wenn ich daran denke das wir uns, als wir uns kennen lernten nicht ausstehen konnten.... aber das ist eine andere Geschichte.
Jetzt muss der Alltag wieder einkehren, Bewerbung schreiben, darauf hoffen wieder Arbeit zu bekommen und vor allem Gesund zu bleiben.

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