Translate

06.11.10

Die letzte Infusion...

... steht kommende Woche an. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen das man nicht mehr mit so viel Chemie voll gepumpt wird. Auch muss ich dann nur noch selten in diese Klinik, ich fühle mich dort überhaupt nicht wohl. Das Personal ist schon okay, aber die ganze Atmosphäre ist so kalt. Ja man kann nicht alles haben, aber man sollte sich schon wohl fühlen wenn man aus Krankheitsgründen gezwungen ist oft eine Klinik aufsuchen zu müssen. Es bleiben immerhin noch für die nächsten vier Jahre die Tamoxifen, welche ich täglich einmal einnehmen muss, das kann man aber verkraften.
Was mir nur ein wenig Sorgen macht sind die Alterserscheinungen die durch diese Tabletten hervor gerufen werden können. Das heißt ständig Arztbesuche, aber alles im allen kann ich zufrieden sein, denn mir war während der Chemo vieles erspart geblieben wo andere sehr leiden mussten.
Nun wird es Zeit auch alles andere wieder in den Griff zu bekommen, mehr für Körper, Geist und Seele tun. Letzteres sollte man auch machen wenn man nicht Krank ist, so erspart man sich vielleicht manche Krankheit.
"Das Leben ist nicht schlimm und auch nicht schlecht, der Mensch macht es sich selber kompliziert."
Nun kann es mir passieren das ich doch zur Kur muss, da ich keine Arbeit habe und vom Amt abhängig bin wurden meine Unterlagen geprüft durch die langen Krankschreibungen. Die wollen prüfen in wie weit ich dem Arbeitsmarkt wieder dienen kann. Obwohl ich von mir aus schon schriftlich dem Amt mitgeteilt habe das ich arbeiten möchte (und mich auch Bewerbe) und dem Markt zur Verfügung stehe. Aber wenn man in so einem Kreislauf drin ist kommt man nicht mehr raus. Das kuriose daran ist, ich musste einem eventuellen Kurantritt zustimmen, hätte ich das verneint wären mir die Leistungen gestrichen wurden. Da kann ich nur sagen armes Deutschland. Nun warte ich auf die Antwort vom Amt ob oder ob nicht. Ich möchte nicht zur Kur, mir geht es körperlich und seelisch gut also was soll das alles. Es gibt Erkrankte die es brauchen mit einem Psychologen reden zu können, nur empfinde ich es als lästig jeden Tag darauf gestoßen zu werden das ich an Brustkrebs erkrankt bin. Mir ist bewusst das diese Krankheit wieder ausbrechen kann, was wir nicht hoffen wollen.
Wir versuchen uns gesund zu ernähren, keine Zigaretten (habe mit dem Tag der Diagnose aufgehört), kein Alkohol selbst bei Wein halte ich mich zurück. Ja da muss ich wohl ob ich will oder nicht in den sauren Apfel beißen, aber erst einmal abwarten und Tee trinken oder wie man so schön sagt.
Sollte ich wirklich eine bekommen dann ist ja noch damit zu rechnen wenn man dort nicht gut mitarbeitet eine schlechte Bewertung zu bekommen, was sich auch nicht gut in den Akten macht. Nun hoffe ich eine Arbeit zu finden bevor das Amt darüber eine Entscheidung getroffen hat.
So nun wünsche ich ein schönes Wochenende, und nicht all zu nasses Wetter.

*