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29.11.10

Das sollte zum Nachdenken anregen.

Warum Gelder für's Ausland ... wenn die Armut neben einem sitzt.

Wir waren heute mit der Straßenbahn unterwegs und mussten so einige Besorgungen machen. Wir hatten auch einige Wartezeiten in der Straßenbahn durch den Wintereinbruch kam es da zu technischen Problemen und so hörte man wie die Leute schimpfen nur weil sie in der Bahn auf die Weiterfahrt warten mussten.
Alles im allen finden wir den Wintereinbruch nicht schlimm und freuten uns über den Schnee. Auf dem Heimweg saß eine 3 Klasse mit in der Bahn die vom Wandertag nach Hause fuhren und so wie die Finger der meisten Kids aussahen haben sie einen Kreativen Ausflug gemacht und da dachten wir nicht verkehrt sie waren im Kunstmuseum. Mir gegenüber saß ein aufgewecktes Kerlchen er erzählte was er alles schon weiß und kennt, neben mir ein Junge ganz blass, dünn zerrissenen schmutzige Hosen, er erzählte das er heute Geburtstag hat. Das Kerlchen mir gegenüber sagte na da wird noch schön gefeiert, der Junge ganz leise nein, wie nein feiert ihr dann nach, nein meine Mutter ist ganz streng. Da wies der Junge mir gegenüber auf die zerschlissene Kleidung und sagte wenn du nichts neues morgens anziehst dann muss doch deine Mama streng sein. Aber so wie der Junge sich verhalten hatte wussten wir das er nichts anderes hat. Wir wussten von dem Jungen mir gegenüber das der blasse Junge die Hose schon seit Wochen trägt. Wie man so als Erwachsener ist, haben wir gefragt was hast du schönes zum Geburtstag bekommen. Er Antwortete "nichts". Wir saßen da und schauten uns an, uns beiden stand das Wasser in den Augen und das dann erst recht als die Kinder ausstiegen und uns aufgefallen ist, das der Junge in seinen Schuhen nicht mal Strümpfe trug. und das bei fast 10 °C minus.
Alles über was man sich so im laufe des Tages aufregte war plötzlich null und nichtig, wie kann man als Mutter sein Kind so verwahrlosen lassen. Es gibt doch wirklich viel Hilfe. Wir hätten den Jungen am liebsten mit zu uns genommen, wir haben nicht viel leben Teilweise auch vom Amt aber so etwas würden wir nicht zu lassen.
Und jetzt frage ich mich warum muss ich für's Ausland Spenden wenn die Armut in Deutschland gleich neben an sitzt?

19.11.10

Falithrom

.. ein neues Medikament für mich im Austausch gegen Clexane (Spritzen), da ich nach der Chemo eine Lungenembolie hatte musste ich Clexane gespritzt bekommen. Erst zwei mal pro Tag und das über einen langen Zeitraum, so ca. vor 4 Wochen konnte ich dann umstellen auf einmal Spritzen. Und jetzt sind Tabletten dran Falithrom. Ein Medikament löst das andere ab, irgendwie kommt man sich vor wie ein wandelndes Chemielabor.
Es gibt Menschen die schon ihr ganzes Leben lang Medikamente einnehmen müssen, da frag ich mich wie diese das aushalten. Mir geht die Einnahme so was von auf den Geist, aber es muss ja sein. Ich finde es nur schade das man für die bessere Verträglichkeit eines Mittels gleich noch zich andere dazu bekommt, oder im laufe der Einnahme.
Wenn ich dann an die Kosten denke die während der Chemo angefallen sind, könnte ich heulen, da für hätte man einen schönen Wochenenderholungsurlaub machen können.
Man sollte sich nicht beklagen, denn immer hin (so doof wie es klingt) lebt man noch.


* Nun geht es auch schon straff auf Weihnachten zu, nächste Woche Sonntag ist schon der erste Advent. Da gibt es noch so einiges zu tun.

*Heute hat ein kleines Kerlchen seinen 1. Geburtstag. alles Liebe, viel viel Gesundheit und Sonnenschein.

13.11.10

Geschafft

Am vergangenen Freitag war es nun so weit, meine letzte Herceptin - Infusion ist durch gelaufen. Obwohl es abgelaufen ist wie jedes mal, war es ein wenig anders. Es hing ein befreiendes Gefühl in der Luft. Endlich geschafft, keine Untersuchungen mehr für dieses Jahr und wir hoffen für immer keine Infusionen dieser Art mehr. Jetzt folgen regelmäßig Kontrolluntersuchungen im Januar eine Mammographie der erkrankten Seite und im Februar wieder Echo und EKG.
Wie ich schon erzählt hatte, fühlte ich mich in der Klinik nicht besonders wohl und das ist auch ein Grund warum ich mich freue, denn ich muss nicht mehr in die Klinik zumindest dieses Jahr nicht mehr.
Ein wenig habe ich mit Wassereinlagerungen zu kämpfen aber durch die Massagen haben wir das Gefühl das die auch zurück gehen. Wie wir auch bei der Untersuchung am letzten Donnerstag erfahren haben, kann man das auf die Medikamente zurück führen, das sich aber alles wieder bessert. Im allgemeinen geht es mir gut, bin nicht Bewegungs- Eingeschränkt oder sonst in irgendeiner Weise eingeschränkt.
Aber wenn man dem Schreiben vom Amt folgt, die meine unterlagen jetzt an die Rentenkasse weiter gereicht haben, könnte man annehmen nicht mehr Arbeitsfähig zu sein. Ich finde das überhaupt nicht mehr witzig, Ärzte sagen sie kann nicht Arbeiten und schon ist man weg vom Fenster. Ich bin 42 Jahre und kann sehr wohl arbeiten. Das ich durch die Medikamente nicht mehr so die Bäume ausreisen kann wie mit 20 ist mir bewusst, aber deswegen jetzt nicht mehr arbeiten ne nicht mit mir. Nun sind wir gespannt ob irgendetwas von der Rentenkasse kommt. Nun bin ich aber erst einmal froh das das Amt mich nicht in Kur schickt, nur kann mir das jetzt von der Rentenkasse auferlegt werden. Immer wieder was neues aber nichts gescheites.
Wie das weiter geht werde ich euch erzählen, vielleicht hat ja die ein oder andere auch solche Erfahrung gemacht. 

06.11.10

Die letzte Infusion...

... steht kommende Woche an. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen das man nicht mehr mit so viel Chemie voll gepumpt wird. Auch muss ich dann nur noch selten in diese Klinik, ich fühle mich dort überhaupt nicht wohl. Das Personal ist schon okay, aber die ganze Atmosphäre ist so kalt. Ja man kann nicht alles haben, aber man sollte sich schon wohl fühlen wenn man aus Krankheitsgründen gezwungen ist oft eine Klinik aufsuchen zu müssen. Es bleiben immerhin noch für die nächsten vier Jahre die Tamoxifen, welche ich täglich einmal einnehmen muss, das kann man aber verkraften.
Was mir nur ein wenig Sorgen macht sind die Alterserscheinungen die durch diese Tabletten hervor gerufen werden können. Das heißt ständig Arztbesuche, aber alles im allen kann ich zufrieden sein, denn mir war während der Chemo vieles erspart geblieben wo andere sehr leiden mussten.
Nun wird es Zeit auch alles andere wieder in den Griff zu bekommen, mehr für Körper, Geist und Seele tun. Letzteres sollte man auch machen wenn man nicht Krank ist, so erspart man sich vielleicht manche Krankheit.
"Das Leben ist nicht schlimm und auch nicht schlecht, der Mensch macht es sich selber kompliziert."
Nun kann es mir passieren das ich doch zur Kur muss, da ich keine Arbeit habe und vom Amt abhängig bin wurden meine Unterlagen geprüft durch die langen Krankschreibungen. Die wollen prüfen in wie weit ich dem Arbeitsmarkt wieder dienen kann. Obwohl ich von mir aus schon schriftlich dem Amt mitgeteilt habe das ich arbeiten möchte (und mich auch Bewerbe) und dem Markt zur Verfügung stehe. Aber wenn man in so einem Kreislauf drin ist kommt man nicht mehr raus. Das kuriose daran ist, ich musste einem eventuellen Kurantritt zustimmen, hätte ich das verneint wären mir die Leistungen gestrichen wurden. Da kann ich nur sagen armes Deutschland. Nun warte ich auf die Antwort vom Amt ob oder ob nicht. Ich möchte nicht zur Kur, mir geht es körperlich und seelisch gut also was soll das alles. Es gibt Erkrankte die es brauchen mit einem Psychologen reden zu können, nur empfinde ich es als lästig jeden Tag darauf gestoßen zu werden das ich an Brustkrebs erkrankt bin. Mir ist bewusst das diese Krankheit wieder ausbrechen kann, was wir nicht hoffen wollen.
Wir versuchen uns gesund zu ernähren, keine Zigaretten (habe mit dem Tag der Diagnose aufgehört), kein Alkohol selbst bei Wein halte ich mich zurück. Ja da muss ich wohl ob ich will oder nicht in den sauren Apfel beißen, aber erst einmal abwarten und Tee trinken oder wie man so schön sagt.
Sollte ich wirklich eine bekommen dann ist ja noch damit zu rechnen wenn man dort nicht gut mitarbeitet eine schlechte Bewertung zu bekommen, was sich auch nicht gut in den Akten macht. Nun hoffe ich eine Arbeit zu finden bevor das Amt darüber eine Entscheidung getroffen hat.
So nun wünsche ich ein schönes Wochenende, und nicht all zu nasses Wetter.

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