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04.12.09

** Angst **

Gestern war die dritte Chemo von den 12 wöchentlichen, man geht jetzt so langsam immer selbstbewuster dort hin. Aber Gestern hatte ich ein Erlebniss das mich zu meiner aller ersten Chemo zurück brachte.
Zwei Damen so mitte vierzig bis fünfzig kamen in den Gang zum Schwesternzimmer, und wir hörten aus dem Gespräch heraus das es die aller erste Chemo für eine der Damen war. Als ich dann vor dem Labor saß und auf die Blutentnahme wartete, ging die Tür vom Labor auf und ich konnte der Frau ins Gesicht sehen, sie hatte Angst und Tränen in den Augen.
Und so kamen die Erinnerungen der ersten Chemo von mir wieder hoch. Man versucht die Angst zu verbergen, kann es aber nicht und ich finde man sollte sie auch nicht verbergen denn viele Fragen tun sich in einem auf, weil jede Krebsdiaknose mit dem allerersten Gedanken an den Tod verbunden ist. Die frage die man sich da stellt geht nicht an den Arzt der vor einem sitzt, sondern an sich selber "Muss ich jetzt sterben?"
Und so egal was der Arzt einem jetzt erzählt, man bekommt davon nicht viel mit. So ist das bei der ersten Chemo, man bekommt erzählt was gemacht wird wie die Medikamente heißen und wie viel man bekommt und die Nebenwirkungen die Auftreten können, aber irgendwo interessiert einem das nicht wirklich, sobald die Nadel gesetzt ist und die Flüssigkeit spürbar durch die Venen fließt, denkt man daran "Was macht das Zeug mit mir??" Dieses Gefühl kann man auch bei der zweiten noch nicht wirklich abstellen, aber ich kann von mir aus sagen es wird besser, man darf sich nicht selbst runder ziehen immer nach vorn schauen.
Ich würde sagen, wer zur ersten Chemo muss sollte sich eine Begleitperson mit nehmen, auch wenn man nicht viel miteinander reden wird, es ist aber ein schönes Gefühl zu sehen hier ist jemand.

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