31.12.09

Schonfrist

Gestern gab es keine Chemo, meine Blutwerte waren nicht okay. Aber vielleicht ist das für den Körper mal ganz gut so eine kleine Verschnaufpause, denn durch die wöchentliche Chemo kommt der Körper nicht wirklich dazu sich zu erholen. Ich wünsche mir aber eins, für das das neue Jahr ich möchte nicht mehr mit einem Mann im Behandlungsraum sitzen, die sind so komisch. Es gibt natürlich auch Ausnahmen mit denen man sich sehr gut unterhalten kann, das sind aber wirklich im wahrsten sinne des Wortes Ausnahmen. Wenn man so 3 bis 4 Stunden zusammen in einem Raum sitzt und sich an schweigt ist das grauen voll. Aber auch hier merkt man die so genannte gehobene Gesellschaft, die mögen einfach mit dem einfachen Volk nichts zu tun haben.
Ich war nur froh gestern da wieder raus zu sein, der eine Beutel den ich bekam hat sage und schreibe 3 Stunden gebraucht durch zu laufen, und ganz schlimm wenn man dann noch auf die Uhr schaut, da vergeht die Zeit überhaupt nicht.

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Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ♥ஜღღஜ♥Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Ich wünsche allen einen Guten Rutsch ins neue Jahr.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ♥ஜღღஜ♥Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Neues Jahr


Wird's besser?
Wird's schlimmer?
Fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich!


von Erich Kästner
feuerwehr-0010.gif von 123gif.de

29.12.09

Und die letzte

... für dieses Jahr. Morgen bekomme ich die letzte Chemo für dieses Jahr. Wenn man so zurück schaut, was man eigentlich alles machen wollte und wie einem das Leben, in diesem Sinne die Gesundheit einen riesen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Man ist trotz so einer schlechten Nachricht, wie ein Stehaufmännchen, und das sollte man auch sein, denn man steht mitten im Leben und einfach wegwerfen wie es so viele tun sollte man nicht. Man muss sich vor Augen halten das es Menschen gibt denen es noch viel schlechter geht und wozu hat man gelebt wenn man das alles einfach weg wirft und dabei noch andere Menschen ins Unglück stürzt, wie zum Beispiel Lokführern. Diese Menschen müssen für den Rest ihres Lebens damit leben einen Menschen auf dem Gewissen zu haben, ob wohl sie nichts da für können.

Also schauen wir positiv ins neue Jahr, versuchen das beste daraus zu machen, denn es gibt liebe Menschen für die es sich Lohnt zu kämpfen und vor allem für sich selbst, denn jeder Schritt den man in ein Stückchen mehr Gesundheit geht stärkt einen selber.


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Wer sich selber aufgibt, 
gibt sein Leben auf.
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23.12.09

Halbzeit

Heute war Halbzeitchemo, die ich fast ganz verschlafen habe. Das Zeug haut einen ganz schön um. Mir wurde am Anfang der 12 Wochenchemo gesagt das ich Hautausschlag bekommen kann den ich auch bekam, lauter kleine gelbe hässliche Piesel. Die sind aber dank der Cortisonsalbe und dem Antibiotikum gut weg gegangen. Doch nun habe ich fläschendeckend dazu noch mehr Hautausschlag bekommen der zu dem auch  och mächtig Juckt und keine Salbe lindert das. Heute habe ich das bei der Untersuchung der Ärztin gezeigt und gesagt dieser Ausschlag sieht aber anders aus als die gelben Pickel und mutmaßte das dieser Ausschlag von dem Antibiotikum kommen könnte da die Nebenwirkungen auch Hautausschlag und Durchfall verursachen können.
Ja das könnte sein oder auch nicht, für eine Woche ist das Antibiotikum abgesetzt mal sehen wie die Haut reagiert, da bekommt man Medikamente die eh schon Durchfall und andere Sachen verursachen können und dazu noch mal ein Medikament das genau das selbe verursacht.
So langsam vergeht einem die Gedult, wenn man sich zu Hause so abgeschlafft und Müde fühlt, keine Lust hat irgend etwas zu machen. Aber helfen tut einem da nicht man muss sich zusammen reißen so schwer wie es auch fällt.
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22.12.09

.:*)(*:. Frohe Weihnachten .:*)(*:.



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Und wieder stapft der Nicolaus
durch jeden Kindertraum.
Und wieder blüht in jedem Haus
der goldengrüne Baum.


Warst auch ein Kind, hast auch gefühlt,
wie holt Christbäume blühn.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt
und glaubst nicht mehr an ihn.

von Erich Kästner

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Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und das die Menschlichkeit nicht nur über die Feiertage anhält.
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18.12.09

... und noch Eine weniger

Einen schönen guten Morgen, nun war Gestern wieder eine Chemo und dieses mal habe ich das Fortecortin besser vertragen da es mit einer Infusion gegeben wurde, war zwar etwas müde und die Augen sind mir zwischen durch zu gefallen aber das ist nicht schlimm so ging die Zeit auch schneller vorbei, denn wir waren gestern recht zeitig wieder zu hause, weil die Medikamente recht zügig aus der Apotheke geschickt wurden.
Nach wie vor macht mir der Durchfall sehr zu schaffen, da ich dadurch schnell viel Flüssigkeit verliere macht mein Kreislauf schnell schlapp, was ungemein nervig ist. Es ist so ein Phase im Moment wo ich mir sagen, man ich kann das alles nicht mehr hören wie "das wird schon wieder" "das schaffst du schon" "die Haare wachsen wieder" "die Pickel gehen auch wieder weg" und noch viele Sachen mehr. Klar weiß ich das das alles wieder gut wird aber irgend wann nervt das alles nur noch. Man fühlt sich nutzlos da man kaum Kraft hat längere Zeit durch zu halten und welcher Arbeitgeber würde jemanden einstellen der einmal pro Woche zur Chemo muss und gegebenen Falls auch noch einen zweiten Tag aus fällt. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben, nur werde ich die bis Ende der Therapie aufheben müssen. Und selbst dann ist es fraglich, man gehört ja in Deutschland schon zum Alteisen mit 40. Am besten zwischen 20 und 25 Jahre mit einem Wissen von 20 Berufsjahren und mehr. Ist leider so bei uns zu Lande. Bei Gelegenheit werde ich mal eine schöne Story erzählen die mir auf dem Amt passiert ist, zum lachen war mir damals nicht. So jetzt aber erst mal etwas Hausarbeit erledigen und dann wieder Pause machen habe keine Lust über die Feiertag im Krankenhaus zu liegen weil mir der Kreislauf abschmiert.



Einen schönen 4. Advent.
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11.12.09

NR.4 von 12

Einen schönen Tag Euch allen. Nach einer nicht also schönen Woche bekam ich gestern die 4 Chemo, die hat mich schon im Klinikum umgehauen aber nicht schlimm war nur müde wie irre, so das ich auf dem Stuhl (die zudem sehr bequem sind) schon eingeschlafen bin.
Aber diese Woche war Hammer, der Durchfall war schlimm. Es ist nicht mal der Durchfall sondern die Krämpfe die ich dabei habe und man kommt sich so aufgeblasen vor. Schön ist es wenn man nach einer Viertelstunde wieder von der Toilette runder kann und beim entspannen dann die Krämpfe etwas nachlassen. Und so witzig wie es klinkt ist es aber nicht denn eine Flasche Wasser ist auch mein Begleiter auf die Toilette, damit ich den Flüssigkeitsverlust sofort ausgleichen kann damit der Kreislauf nicht absackt. Wie es beim aller ersten Durchfall der Fall war. Ja man bekommt Tabletten gegen diesen Durchfall, aber die Krämpfe bleiben, und zu viele von den Tabletten darf man auch nicht nehmen da sonst die Gefahr besteht eine Verstopfung zu bekommen, die ich überhaupt nicht brauchen kann.

Ich hoffe Ihr alle seit die Woche gut durch Eure Chemos gekommen und es geht Euch auch soweit gut. Wünsche allen einen schönen 3 Advend.

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Advent
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Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flocken wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie from und lichterheilig wird.
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit,
und wehrt den Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Heiligkeit.

von Rainer Marie Rilke

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04.12.09

** Angst **

Gestern war die dritte Chemo von den 12 wöchentlichen, man geht jetzt so langsam immer selbstbewuster dort hin. Aber Gestern hatte ich ein Erlebniss das mich zu meiner aller ersten Chemo zurück brachte.
Zwei Damen so mitte vierzig bis fünfzig kamen in den Gang zum Schwesternzimmer, und wir hörten aus dem Gespräch heraus das es die aller erste Chemo für eine der Damen war. Als ich dann vor dem Labor saß und auf die Blutentnahme wartete, ging die Tür vom Labor auf und ich konnte der Frau ins Gesicht sehen, sie hatte Angst und Tränen in den Augen.
Und so kamen die Erinnerungen der ersten Chemo von mir wieder hoch. Man versucht die Angst zu verbergen, kann es aber nicht und ich finde man sollte sie auch nicht verbergen denn viele Fragen tun sich in einem auf, weil jede Krebsdiaknose mit dem allerersten Gedanken an den Tod verbunden ist. Die frage die man sich da stellt geht nicht an den Arzt der vor einem sitzt, sondern an sich selber "Muss ich jetzt sterben?"
Und so egal was der Arzt einem jetzt erzählt, man bekommt davon nicht viel mit. So ist das bei der ersten Chemo, man bekommt erzählt was gemacht wird wie die Medikamente heißen und wie viel man bekommt und die Nebenwirkungen die Auftreten können, aber irgendwo interessiert einem das nicht wirklich, sobald die Nadel gesetzt ist und die Flüssigkeit spürbar durch die Venen fließt, denkt man daran "Was macht das Zeug mit mir??" Dieses Gefühl kann man auch bei der zweiten noch nicht wirklich abstellen, aber ich kann von mir aus sagen es wird besser, man darf sich nicht selbst runder ziehen immer nach vorn schauen.
Ich würde sagen, wer zur ersten Chemo muss sollte sich eine Begleitperson mit nehmen, auch wenn man nicht viel miteinander reden wird, es ist aber ein schönes Gefühl zu sehen hier ist jemand.

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