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24.01.17

Abschluss 2016 und Absetzten von Tamoxifen


Ach was soll es, wir wollen uns nicht beklagen. Ein Dach über dem Kopf, eine Partnerin die immer hinter einen steht unsere kleine kalte Schnauze Snoopy und nicht zu vergessen unsere Enkel. Anderen Menschen denke ich geht es schlechter.
Auf alle Fälle war es ein sehr krank-reiches Jahr. Im Februar hat es angefangen mit Schnupfen, das hat sich gezogen bis April mal mehr mal weniger schlimm. Ende April der Hammer mit vier Wochen Krankenhaus, danach ging es mit Schnupfen weiter. Meine Frau ist jetzt dran Bandscheibenvorfall. 
Dann drücken wir die Daumen das 2017 ein gesünderes Jahr wird.

Im November ging es noch einmal nach Leipzig zur Nachsorge. Dieses Mal habe ich mich nicht mehr überreden lassen das Tamoxifen weiter zu nehmen. Mir geht es gut, mein Blut zeigt keinerlei Auffälligkeiten. Ich bin es einfach müde Tabletten zu nehmen. Die Nebenwirkungen sind allgegenwärtig. Und was soll ich sagen zu meinem Erstaunen hat die Ärztin nichts dagegen gehabt das ich die Tabletten absetzte.

Es ist schon seltsam, wie schnell so eine Krankheit und die Meditation einen vermeintlich gesunden Menschen, der mitten im Leben steht, arbeiten geht und sich durchs Leben beißt von den Füßen geholt wird. Mit Sport und gesunder Ernährung versuche ich meinen Alltag zu bestreiten und nicht mehr alles so ernst zu nehmen. Denn wie sagten schon unsere Omas immer "die Suppe wird nicht so heiß gegessen wie sie gekocht wird". Und sein wir doch einmal ehrlich, der meiste Stress wird von uns selber verursacht und schnell wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht, ganz schlimm sind Menschen für mich die ihre Nasen in Dinge stecken die sie nichts angehen. Einfach einmal den Ball flach halten und wenn ich etwas nicht verstehe kann ich den diejenigen Fragen die es betrifft und ich muss keine Gerüchte verbreiten.

Seit 01.01.2017 nehme ich nun kein Tamoxifen mehr. Den Schaden der durch die Medikamente verursacht wurde, ist nicht mehr gut zu machen. Die Knochenschmerzen werden mich durch mein Leben weiter begleiten. Nur hoffe ich das die Schmerzen nicht schlimmer werden. Ganz schlimm sind sie wenn ich längere Zeit keinen Sport gemacht habe oder das Wetter umschlägt so wie jetzt mit der Kälte. Nur sage ich mir immer wieder, es könnte schlimmer sein. Den Spruch habe ich aus einem Kinderfilm, ein kleiner Fuchs namens Slyly sagte "es könnt alles noch schlimmer sein".

Bis jetzt habe ich noch nicht so etwas wie Entzugserscheinungen. Das war meine größte Befürchtung. 7 Jahre sind eine lange Zeit und der Körper wird das Medikament auch nicht so schnell abbauen.

Mich hat auch beschäftigt, was ist wenn ich diese Tabletten nicht mehr nehme. Die größte Angst ist, wieder an Krebs zu erkranken. Ich denke dieser Gedanke wird immer bleiben. Auf alle fälle werde ich hier weiter berichten, auch wenn die Lücken größer werden. Das ist aber nicht nur weil ich als geheilt gelte und die Untersuchungen weniger werden, die Lücken entstehen auch weil ich mich von dem Thema Krebs zurück ziehe. Jeder zweite erkrankt an Krebs, ich kann es irgendwie nicht mehr hören, das klingt vielleicht egoistisch, doch ist es auch eine normale Reaktion.
Ich möchte auch wie zum Beispiel auf Facebook nicht immer angeschrieben werden mit der Bitte doch Texte zu teilen um an Krebs erkrankten zu denken und zu helfen. Damit helfe ich nicht. Keiner der nicht an Krebs erkrankt ist, kann sich auch nur im geringsten vorstellen was in einem Menschen mit dieser Diagnose vorgeht. Das einzige was Angehörige und Freunde machen können, einfach da sein. Auch wenn es für Angehörige meist schlimmer ist mit der Diagnose umzugehen, ist es wichtig die Hand zu reichen. Texte nutzen dem Erkrankten nicht, auch wenn der Hintergrund vielleicht gut gemeint ist.

An dieser stelle eine Kerze für alle die den Kampf verloren haben.

Viel Kraft, Mut und Hilfe all denen die diese schreckliche Diagnose bekommen oder erneut bekommen haben. 

29.05.16

Erster Tag zu Hause

Es ist einfach unbeschreiblich. Die erste Nacht wieder im eigenen Bett, war super. Ich habe durch geschlafen. Aber wie meine Frau mir erzählte, das ich wohl im Schlaf meinen Krankenhausaufenthalt verarbeite. Die letzten 5 Tage waren auch wirklich nur noch nervenaufreibend. 
Nun wollte ich es am ersten Tag gleich wissen. Also zum Sportstudio und unsern Enkel angefeuert. Er hatte einen Karate-Wettkampf. Danach mit Frauchen einkaufen. Ich merkte aber schon im Studio das mein Kreislauf anfängt Polka zu tanzen. Und das drückende Wetter machte das laufen an der Luft nicht besser. Wieder zu Hause musste ich erst einmal die Beine lang machen. Ich wollte gleich zu Anfang zu viel und zu schnell. Schnell geht mal gar nicht. Nun werde ich heute Abend mit meiner Frau zusammen eine runde mit dem Hund gehen um mich langsam an das Treppensteigen zu gewöhnen. Im Moment ist das für mich ein Kraftakt.

Die Begrüßung von unserm Snoopy war lustig. Er war bei unserer Nachbarin und seinem Freund Alvin. wir geklingelt, ich stand etwas abseits der Tür so das er mich gar nicht gleich sehen konnte. Er stürmte auf Geli los und lief kurz zurück. Aber dann stürmische Begrüßung. Es hätte sein können das er mich zwar sieht und abschnuppert aber auch nicht weiter auf mich eingeht. Doch das war zum Glück nicht der Fall. Er ist mir in der Nacht kaum von der Seite gewichen und sucht auch tagsüber die Nähe zu mir.

Wie einem so etwas so aus der Bahn werfen kann, hätte ich nie gedacht. Nun heißt es wirklich langsam, zumindest bis alles wieder normal läuft. Ich hoffe nur es dauert nicht zu lange. Doch das liegt wohl auch an mir selber. Ich bin kein Mensch der sich lange ausruht, also denke ich das es schneller geht wieder auf die Beine zu kommen als gedacht.

27.05.16

Sieben auf einen Streich

... bekommt bei mir eine ganz andere Bedeutung. Gestern nach der ersten Infusion, musste leider nach nur zwei Infusionen gesamt die 15te Kanüle auch gezogen werden. Auf dem Bild vom letzten Post, konnte man nicht wirklich sehen wo sie lag. Sie lag unmittelbar über dem Knöchelknochen und drückte gegen den Knöchel. Laufen war nahezu unmöglich. Aus diesem Grund sind wir dank meiner Physiotherapeutin darauf gekommen das ich mit  Krücken laufen kann um das Bein zu entlasten. Das ging auch ein paar Mal ganz gut, bis mein Fuß blau wurde. So ließ ich die Kanüle ziehen. 
Nach dem Ziehen kam dann der Schmerz. Er zog vom Knöchel hoch zum Knie. Bei jedem Schritt hatte ich das Gefühl mir haut jemand ein Messer in die Wade. Inzwischen ist es besser geworden aber der Knöchel selber wird noch eine Weile schmerzhaft bleiben.
Da ja nun keine Kanüle mehr lag und ich noch bis Sonntag Infusion bekommen sollte musste eine neue her. Die ersten zwei Versuche machte unsere Ärztin von der Station, ohne Erfolg. Mit den Worten, dass sie gleich mit unserer zweiten Stationsärztin wieder kommt verließ sie das Zimmer. Ich wartete und wartete und wartete es wurde 18 Uhr, Zeit um die Infusion anzuhängen. Bei Nachfrage wann die Ärztin wieder kommt, wurde mir gesagt, die sind schon längst zu hause. Da brachen bei mir alle Dämme. Sie verließen sich quasi darauf das der diensthabende Arzt/Ärztin die Kanüle legt. Ich war fix und fertig. Im Prinzip schon mit der 10ten Kanüle. Es sind ja nicht nur die Kanülen dazu gehören ja auch immer die Fehlstiche. Bei fast jeder Kanüle folgen vorher zwei Fehlstiche. Die ersten beiden gestern hatte ich also von unserer Stationsärztin, die nächsten 3 von der diensthabenden Ärztin so gegen 20 Uhr schon 2 Stunden über die Zeit. Und die letzten beiden Fehlstiche bekam ich gegen 23 Uhr von Nachtarzt. Die ganzen Fehlstiche gab es nicht weil die Ärzte es nicht können, sondern weil meine Venen sehr schlecht sind. Ich habe im KH jeden Tag zwischen 3 bis 4 Liter Flüssigkeit zu mir genommen. Erstens um die Nieren gut zu spülen und zweitens das die Venen nicht noch schlechter werden und vertrocknen. Nur das ganze Trinken half auch nichts mehr. Mein rechter Arm, der als einziger für Kanülen genutzt werden kann streikte. Keine Vene lies sich anspülen wenn die Kanüle drin war, also mussten sie wieder raus. Mein linkes Bein/Fuß ging auch nicht mehr und mein rechtes Bein/Fuß ist auch zerstochen.
Ich fand es dann sehr lobenswert, das nicht weiter gemacht wurde und ich ab 23:30 Uhr etwas schlafen konnte. Am Morgen kam dann unsere Stationsärztin und ich sgte ihr unter Tränen die einfach los liefen, das ich nur noch einen Versuch zustimme und dann nach Hause möchte, weil ich nervlich am ende bin. Gesagt getan, sie versuchte es einmal und beim Anspülen platze die Vene. Sie erklärte mir auch das die meisten Stellen die eigentlich schon wieder hätten funktionieren können schon viel zu verhärtet sind und meine Haut durch das viele Desinfektionsmittel aufgeraut und ausgetrocknet ist. Und es dadurch immer schwerer wird leicht durch die Haut zu stechen. Was hatten sie erwartet, das ich still alles ertrage. Sie sprach dann mit dem Oberarzt und ich durfte nach Hause. selbst wenn die Kanüle gelegen hätte, wäre es keine Garantie gewesen das diese bis Sonntagabend hält.

Home sweet Home, die Bedeutung dieser Worte weiß jeder zu schätzen der längere Zeit nicht zu Hause sein durfte oder aus welchen Gründen auch immer nicht konnte.
Ich weiß jetzt auch wie das Bakterium heißt, dass in meinem Herzen Polka getanzt hat. Staphylococcus epidermidis, es ist ein Hautbakterium. Folglich ist beim Spülen des Ports mist gebaut worden. Also wer den Port hat, passt auf das ordentlich desinfiziert wird auch wenn die Ärzte euch für verrückt halten. Ich muss jetzt aufpassen das ich keine Infektion bekomme, die durch Blutende Wunden wie zum Beispiel beim Zähne ziehen entstehen kann. Auch vor jeder OP muss jetzt geprüft werden ob ich nicht eine Vorbehandlung mit Antibiotikum bekommen muss.

Ich bedanke mich noch einmal für die fürsorgliche Pflege der Schwestern und Pfleger auf Station. Ihr seit ein super Team.